"Mit offenen Augen" (#EyesOpen): Kampagne der EU-Kommission stärkt Bewusstsein für Opferrechte

#EyesOpen: Kampagne der Europäischen Kommission informiert über Opferrechte sowie Unterstützungsangebote – Österreich-Auftakt Anfang Juli 2026 beim Donauinselfest in Wien: Mehr als 600 Interessierte informierten sich über Hilfsangebote – Ziel der Initiative ist es, Betroffene zu stärken und das gesellschaftliche Bewusstsein für Opferrechte zu erhöhen

Kampagnen-Poster "#EyesOpen"

Mit der europaweiten Kampagne "Mit offenen Augen" (#EyesOpen) möchte die Europäische Kommission das Bewusstsein für die Rechte von Opfern von Straftaten stärken und auf bestehende Unterstützungsangebote aufmerksam machen. Hintergrund ist, dass laut EU-Kommission jedes Jahr jede vierte Person in Europa Opfer einer Straftat wird. Rund 22 Millionen Menschen erleben demnach jährlich körperliche Gewalt – häufig im unmittelbaren persönlichen Umfeld. Die Kampagne #EyesOpen richtet sich vor allem an Betroffene, aber auch an deren Familien, Freundinnen und Freunde sowie das weitere soziale Umfeld. Sie ruft dazu auf, aufmerksam hinzusehen und Opfer nicht mit ihren Erfahrungen allein zu lassen.

EU-Kommissar McGrath: "Opfer müssen gehört und unterstützt werden"

Michael McGrath, EU-Kommissar für Demokratie, Justiz und Rechtsstaatlichkeit, sagte zur Kampagne:

"Straftaten können tiefgreifende und anhaltende Auswirkungen auf Opfer haben. Sie müssen gehört, unterstützt und während ihres gesamten Weges durch das Strafjustizsystem mit Respekt und Fairness behandelt werden. Dafür braucht es sowohl starke gesetzliche Rahmenbedingungen und politische Maßnahmen als auch das aktive Engagement der gesamten Gesellschaft. Nur so können Opferrechte auch tatsächlich greifen."

Österreich-Auftakt beim Donauinselfest in Wien

In Österreich machte die Kampagne am 4. Juli 2026 beim Donauinselfest in Wien Station. An einem interaktiven Informationsstand informierten sich mehr als 600 Besucherinnen und Besucher über Opferrechte und verfügbare Hilfsangebote. Im Mittelpunkt stand die Botschaft, Zeichen von Gewalt oder anderen Straftaten frühzeitig wahrzunehmen und Betroffene auf ihrem Weg zu unterstützen.

Informationen und Unterstützung für Betroffene

Über die Kampagnenplattform erhalten Betroffene Informationen zu ihren Rechten sowie Hinweise auf Unterstützungsangebote in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten. In Österreich werden unter anderem der WEISSE RING, die Gewaltschutzzentren Österreichs, NEUSTART, ZARA, der Bundesverband der österreichischen Kinderschutzzentren sowie spezialisierte Beratungsstellen für Frauen und Mädchen als Anlaufstellen angeführt. Je nach Art der Straftat stehen allgemeine Opferhilfe, psychosoziale Beratung, rechtliche Unterstützung und spezialisierte Hilfsangebote zur Verfügung.

Fokus auf verschiedene Formen von Straftaten

Die #EyesOpen-Kampagne informiert über Opferrechte bei unterschiedlichen Delikten. Dazu zählen unter anderem Gewaltverbrechen, geschlechtsspezifische Gewalt, Gewalt gegen Kinder, fremdenfeindlich motivierte Hasskriminalität, LGBTIQ-feindliche Hasskriminalität sowie Straftaten, die mithilfe digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien begangen werden. Gleichzeitig weist die Europäische Kommission darauf hin, dass die Rechte und Unterstützungsangebote grundsätzlich allen Opfern von Straftaten offenstehen, unabhängig von der Art des Delikts.

Hintergrund: "Mit offenen Augen" (#EyesOpen)

Die Kampagne "Mit offenen Augen" (#EyesOpen) wurde von der Europäischen Kommission im Rahmen ihrer Strategie für die Rechte von Opfern ins Leben gerufen. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Betroffene sicher, verstanden und unterstützt fühlen. Die Initiative soll dazu beitragen, dass Opfer ihre Rechte besser kennen, Zugang zu Unterstützung und Schutz erhalten und wissen, an welche Stellen sie sich im Bedarfsfall wenden können. Gleichzeitig soll das gesellschaftliche Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass Aufmerksamkeit und frühzeitige Unterstützung im persönlichen Umfeld einen wichtigen Beitrag leisten können.