Europäische Kommission will "Roam like at Home" auf Westbalkan-Staaten ausweiten
Europäische Kommission schlägt vor, Verhandlungen über die Aufnahme der 6 Westbalkan-Länder in das Roaming-Gebiet aufzunehmen – Neue Perspektiven für Reisende und Unternehmen mit Vorteilen für Alltag, Wirtschaft sowie Tourismus – Österreichische Bundesregierung begrüßt geplantes Roaming am Westbalkan: "Entspricht einer langjährigen Forderung Österreichs", so Europaministerin Claudia Bauer
Die Europäische Kommission hat einen wichtigen Schritt gesetzt, um die EU-Regelung der Nutzung des eigenen Mobiltelefons im EU-Ausland ohne Zusatzkosten (Englisch: "Roam like at Home") auf die 6 Länder des Westbalkans auszuweiten. Konkret sollen, so der Vorschlag der Kommission am 25. Februar 2026, nach Zustimmung des Rates der EU Verhandlungen mit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien aufgenommen werden. Ziel sei es, diese Länder in das EU-Roaminggebiet zu integrieren. Damit wäre eine durchgängige mobile Nutzung zu Inlandstarifen gewährleistet – sowohl für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen aus den Staaten des Westbalkans bei Reisen in die Europäische Union als auch für Reisende aus der EU in der Region des Westbalkans. Eine entsprechende Vereinbarung würde es Privatpersonen wie auch Betrieben auf beiden Seiten erleichtern, während Studienaufenthalten, beruflichen Tätigkeiten oder Urlaubsreisen im Ausland unkompliziert und kosteneffizient in Verbindung zu bleiben. Seit 2017 gilt innerhalb der EU die Regelung, dass keine zusätzlichen Roaming-Gebühren anfallen.
Europaministerin Bauer: "Entspricht einer langjährigen Forderung Österreichs"
Der von der Europäischen Kommission vorgelegte Vorschlag "entspricht einer langjährigen Forderung der österreichischen Bundesregierung", so Europaministerin Claudia Bauer. "Roam like at Home" wurde mit Anfang 2026 in der Ukraine und der Republik Moldau umgesetzt; Europaministerin Claudia Bauer hatte bereits im Juni 2025 betont, dass eine Gleichbehandlung des Westbalkans bei den Roaming-Regeln ein wichtiges Signal sei.
Europaministerin Bauer am 25. Februar 2026:
"Dieser Schritt ist überfällig und schafft endlich Fairness unter allen Kandidatenländern. Die graduelle EU-Integration ist nicht nur eine Formalität, sondern bringt konkrete Ergebnisse auf dem Weg in die Europäische Union."
Exekutiv-Vizepräsidentin Virkkunen: "Wir machen einen wichtigen Schritt"
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und zuständig für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, sagte dazu:
"Wir machen einen wichtigen Schritt auf dem Weg der Partnerländer im Westbalkan zum Beitritt zur EU-Roamingfamilie. Dies ist eine gute Nachricht sowohl für die Bürgerinnen und Bürger als auch für die Unternehmen."
Die EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, ergänzte:
"Roaming-Gebühren sind für die Menschen in den Ländern des Westbalkans ein Problem. Sie betreffen Arbeitskräfte, die Grenzen überqueren, oder Familien, die schlicht in Kontakt bleiben wollen. Überraschungen bei der Telefonrechnung oder höhere Telefongebühren auf Reisen gehören innerhalb der EU inzwischen der Vergangenheit an. Wir haben vorgeschlagen, diese Vorteile auf den Westbalkan auszuweiten. Für die Nutzerinnen und Nutzer heißt das: Anrufe werden einfacher, und mobile Daten können zu Inlandspreisen geladen werden."
Vorteil: Klar geregelter Rahmen mit einheitlichen Standards in den Westbalkan-Ländern
Aktuell ermöglichen freiwillige Vereinbarungen zwischen einzelnen Mobilfunkanbietern aus der EU und dem Westbalkan reduzierte Roamingtarife. Zudem besteht innerhalb der 6 Westbalkanländer ein eigenes regionales Roaming-Abkommen, das die Gebühren zwischen diesen Staaten deutlich gesenkt hat.
Die von der Kommission vorgeschlagene Einbindung in das EU-System würde diese Initiativen auf eine verbindliche Grundlage stellen und deutlich erweitern, so die Kommission. Statt einzelner Anbieterabkommen entstünde ein klar geregelter Rahmen mit einheitlichen Standards und damit einhergehend mehr Transparenz und Planungssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen.
Konkrete Schritte auf dem Weg zur Umsetzung
Mit ihrem Vorschlag ersucht die Kommission den Rat der Europäischen Union zur Aufnahme von Verhandlungen. Nach Zustimmung des Rates sollen bilaterale Abkommen mit jedem einzelnen Partnerland geschlossen werden. Voraussetzung für die tatsächliche Anwendung der neuen Regeln ist, dass die jeweiligen Staaten die EU-Roamingvorschriften vollständig übernehmen und umsetzen. Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Prozesse wird der Westbalkan offiziell Teil des EU-Roamingraums.
Hintergrund: EU-Roaming als Teil der schrittweisen EU-Integration
Die Initiative, die Länder des Westbalkans in den EU-Roamingraum zu integrieren, ist Teil des sogenannten "Wachstumsplans 2023 für den Westbalkan" (Englisch: "Growth Plan for the Western Balkans"), welcher im November 2023 von der Kommission verabschiedet wurde. Dieser sieht vor, die jeweiligen Länder in der Region des Westbalkans (WB 6: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien) bereits vor einer möglichen EU-Vollmitgliedschaft schrittweise stärker in den europäischen Binnenmarkt einzubinden. Durch die Angleichung an EU-Standards im Telekommunikationsbereich sollen nach Angaben der Kommission zudem regulatorische Strukturen harmonisiert werden, die Investitionen erleichtern, den digitalen Binnenmarkt stärken und die wirtschaftliche Entwicklung der Region unterstützen sollen.
Weiterführende Informationen
- Roaming zu Inlandspreisen (Roam like at Home): Kommission schlägt Verhandlungen über Ausweitung des EU-Roaminggebiets auf den Westbalkan vor, Pressemitteilung der Europäischen Kommission
- Roaming: connected anywhere in the EU at no extra charge, Website der Europäischen Kommission
- Growth Plan for the Western Balkans, Website der Europäischen Kommission