"Kulturhauptstädte Europas": Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei sind die Titelträger 2026

Kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Aufführungen sollen den Reichtum der europäischen Kulturen hervorheben – Im Zentrum stehen Vielfalt und europäischer Austausch gemäß dem Motto "Neugier erwecken" in Trenčín und "Kultureller Klimawandel" in Oulu

Stadtansichten von Oulu in Finnland und Trenčín in der Slowakei, den Kulturhauptstädten Europas 2026

2026 startet mit 2 neuen "Kulturhauptstädten Europas": Trenčín in der Slowakei und das Oulo in Finnland werden mit Unterstützung der Europäischen Kommission das ganze Jahr über kulturelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Aufführungen ausrichten, um den Reichtum der gemeinsamen europäischen Kulturen hervorzuheben.

EU-Kommissar Glenn Micallef: "Beide 'Kulturhauptstädte Europas' 2026 schätzen den Wert dieser Leitinitiative"

Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport gratulierte Oulu und Trenčín:

"Wir alle freuen uns darauf, Ihre auf Umgestaltung ausgerichteten Programme zu erleben, die einen kulturellen Klimawandel fordern und unsere Neugier wecken. Beide 'Kulturhauptstädte Europas' 2026 schätzen den Wert dieser Leitinitiative und ihre nachhaltige Wirkung auf Kultur, Städte und Menschen in ganz Europa, die das kulturelle Leben bereichert, Menschen durch Kreativität verbindet und durch Kunst und Kultur zu nachhaltigen Veränderungen inspiriert."

"Kultureller Klimawandel" in Oulo

Unter dem Motto "Kultureller Klimawandel" (Englisch: "cultural climate change") startet das finnische Oulo das Jahr als "Kulturhauptstadt Europas" mit einem Eröffnungsfestival von 16. bis 18. Jänner 2026. Mit fast 200 Events in über 20 Locations ist das Eröffnungsfestival der Auftakt für ein Jahr voller Kunst, Kultur und Musik in Oulu und seinen 39 Partnergemeinden.

Die Beiträge im finnischen "Kulturhauptstadt-Jahr" sollen sich mit aktuellen globalen Herausforderungen wie der Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel und der Frage, wie kulturelles Bewusstsein dazu beitragen kann, beschäftigen. Oulu will Menschen dazu animieren, darüber nachzudenken, wie Kultur in diesem Bereich geschaffen, erlebt und geteilt wird.

Ein Highlight in Oulu ist das "Climate Clock"-Projekt, bei dem Kunst, Wissenschaft und Natur zusammentreffen, um auf eindrucksvolle Weise für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. 6 permanente Kunstwerke im Stadtgebiet sowie ein von lokalen Gemeinschaften mitgestaltetes neues Werk laden Besucherinnen und Besucher ein, die globale Herausforderung des Klimawandels kreativ zu reflektieren und zu erleben.

"Neugier erwecken" in Trenčín

Mit Eröffnungstagen von 13. bis 15. Februar 2026 startet das Jahr als "Kulturhauptstadt Europas" unter dem Motto "Neugier erwecken" (Englisch: "Awakening Curiosity") im slowakischen Trenčín. Mit einem Programm aus Musik, Kunst und zahlreichen Möglichkeiten für neue Erfahrungen sollen Brücken zwischen Menschen, Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Fantasie und Realität geschlagen werden. Auch die Wiederbelebung des öffentlichen Raums steht dabei im Mittelpunkt – besonders eindrucksvoll zeigt sich das an der stillgelegten Eisenbahnbrücke "Fiesta Bridge". Im Rahmen eines "Fiesta Festivals" soll die Brücke zu einem lebendigen Ort für Performances, Kunstaktionen und Begegnungen werden und die Stadtgeschichte mit zeitgenössischer Kultur verbinden.

Trenčín will das Jahr als "Kulturhauptstadt Europas" auch dafür nutzen, um sich mit Europa zu vernetzen, ungenutzte Gebiete zu revitalisieren, neue Erfahrungen zu ermöglichen sowie Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Die positiven Veränderungen sollen auch in den kommenden Jahrzehnten ein besseres Leben in Trenčín ermöglichen.

Hintergrund: "Kulturhauptstädte Europas"

Auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri 1985 ins Leben gerufen, blicken die "Kulturhauptstädte Europas" auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurück. Ziel der "Kulturhauptstädte Europas" ist es, die kulturelle Vielfalt aufzuzeigen, die Kulturszene der ausgewählten Städte ins Rampenlicht zu rücken und Impulse für deren langfristige Entwicklung auszulösen. Seit dem Jahr 1985 ist die Zahl der "Kulturhauptstädte Europas" auf 75 angewachsen (Stand: 2026).

Die Zielsetzungen, Bewertungskriterien, das Auswahlverfahren sowie die zeitliche Abfolge der beteiligten Länder sind im EU-Beschluss 445/2014/EU geregelt. Jedes Jahr wird der Titel an jeweils 2 Städte aus EU-Mitgliedstaaten vergeben. Darüber hinaus besteht alle 3 Jahre für ein EU-Kandidatenland oder ein EFTA-Land (das heißt, einem Land, das der Europäischen Freihandelsassoziation angehört: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) die Möglichkeit, sich zusätzlich um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" zu bewerben. Die nächste Kulturhauptstadt aus einem dieser Länder ist das nordmazedonische Skopje im Jahr 2028. 6 Jahre vor dem jeweiligen Titeljahr schreiben die teilnahmeberechtigten Mitgliedstaaten – in der Regel vertreten durch ihre für Kultur zuständigen Ministerien – den Wettbewerb offiziell aus. Interessierte Städte reichen daraufhin ihre Bewerbungsunterlagen zur Begutachtung ein. Die übermittelten Bewerbungen werden im Zuge einer Vorauswahl durch unabhängige Expertinnen und Experten (auf EU- sowie nationaler Ebene) aus dem Kunst- und Kulturbereich bewertet, deren Kriterienkatalog unter anderem folgende Aspekte umfasst:

  • Langzeitstrategie
  • Europäische Dimension
  • Kulturprogramm
  • Durchführbarkeit (beispielsweise betreffend Infrastruktur, Finanzen)
  • Einbindung und Partizipation von Bürgerinnen und Bürgern
  • Management

Das Expertinnen- und Expertenpanel einigt sich daraufhin auf eine Liste von Städten, deren Verantwortliche zur Übermittlung weiterer Information eingeladen werden. Nach Überprüfung der finalen Bewerbungen wird eine Stadt pro Staat zur "Kulturhauptstadt Europas" ernannt. Die ausgewählten Städte erhalten als Anschubfinanzierung 1,5 Millionen Euro im Rahmen des Melina-Mercouri-Preises aus Mitteln des EU-Kulturförderprogramms "Creative Europe". Im Jahr 2027 werden Liepāja in Lettland und Évora in Portugal den Titel einer "Kulturhauptstadt Europas" tragen.
 

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