Bulgarien führt den Euro ein: Ein bedeutender Schritt für das Land und die EU

Historischer Moment zu Jahresbeginn 2026: Seit 1. Jänner 2026 ist der Euro die offizielle Währung in Bulgarien – Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: "Der Euro wird den Bulgarinnen und Bulgaren Vorteile bringen"

Adoption of the Euro in Bulgaria

Am 1. Jänner 2026 schlug Bulgarien ein neues Kapitel seiner europäischen Integrationsgeschichte auf: Der EU-Mitgliedstaat führte zu Jahresbeginn offiziell den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ein. Mit diesem Schritt tritt Bulgarien dem Euroraum bei und reiht sich in die Gemeinschaft jener nunmehr 21 EU-Mitgliedstaaten ein, die eine gemeinsame Währung nutzen. Die Einführung des Euro markiert nach Angaben der Europäischen Kommission für Bulgarien, das seit 1. Jänner 2007 EU-Mitglied ist, nicht nur einen wirtschaftlichen Meilenstein, sondern auch ein starkes politisches und symbolisches Bekenntnis zur EU.

Kommissionspräsidentin von der Leyen: "Ergebnis jahrelanger harter Arbeit"

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sagte anlässlich der Euro-Einführung in Bulgarien:

"Bulgarien tritt dem Euro-Währungsgebiet bei, einer der größten Errungenschaften der Europäischen Union. Dieser Meilenstein spiegelt jahrelange harte Arbeit und Engagement wider, um Herausforderungen zu meistern. Der Euro wird den Bulgarinnen und Bulgaren Vorteile bringen, die Zahlungen und Reisen erleichtern. Sie wird bulgarischen Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen und es ihnen ermöglichen, die Vorteile unseres gemeinsamen Binnenmarkts besser zu nutzen. Sie wird die Stimme Bulgariens in Europa weiter stärken. Dieser Schritt ist gut für Bulgarien und stärkt Europa insgesamt. Sie macht unsere Wirtschaft weltweit widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger. Herzlichen Glückwunsch, Bulgarien! Sie können stolz sein auf das, was Sie erreicht haben."

Valdis Dombrovskis, EU-Kommissar für Wirtschaft und Produktivität, Umsetzung und Vereinfachung, ergänzte:

"Herzlichen Glückwunsch an Bulgarien zur Einführung des Euro als Währung! Dies markiert den Höhepunkt eines langen und anspruchsvollen Prozesses und den Beginn eines neuen Kapitels voller Chancen für Bulgarien und seine Bevölkerung. Der Euro war schon immer viel mehr als eine Währung. Es bringt Bulgarien immer näher an das Herz Europas und sendet ein klares Signal an die Welt, dass unsere Stärke in unserer Einheit liegt. Dies ist ein wahrhaft historischer Moment für Bulgarien, das Euro-Währungsgebiet und die Europäische Union als Ganzes."

Sorgfältige Vorbereitung als Grundlage für die Euro-Einführung

Der Beitritt Bulgariens zum Euroraum ist das Ergebnis jahrelanger intensiver Vorbereitungen. Bulgarien hat alle erforderlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Kriterien erfüllt, wie dies auch im Konvergenzbericht 2025 der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank (EZB) bestätigt wurde. Im Juli 2025 gaben die Finanzministerinnen und -minister der EU-Mitgliedstaaten schließlich "grünes Licht" für den Währungswechsel. Ein nationaler Umstellungsplan legte detailliert fest, wie die Einführung des Euro möglichst reibungslos erfolgen sollte.

Der Übergang vom Lew zum Euro im Alltag

Seit 1. Jänner 2026 ersetzt der Euro den bis zu diesem Zeitpunkt als offizielle Währung verwendeten Lew. Der festgelegte Umrechnungskurs beträgt 1 Euro zu 1,95583 Lew. Einen Monat lang sollen beide Währungen parallel verwendet werden können, wobei Rückgeld bereits in Euro ausgezahlt wird. So verschwindet der Lew nach und nach aus dem Zahlungsverkehr. Bereits seit August 2025 mussten Preise in Bulgarien sowohl in Lew als auch in Euro angegeben werden – eine Regelung, die bis August 2026 gelten soll. Ziel ist es, volle Transparenz zu gewährleisten und ungerechtfertigte Preiserhöhungen zu verhindern.

Konkrete Vorteile für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen

Mit dem Euro profitieren die Menschen in Bulgarien im Alltag ganz unmittelbar: Reisen, Online-Einkäufe und Überweisungen innerhalb des Euroraums werden einfacher und transparenter. Für Unternehmen kann die gemeinsame Währung neue Chancen im europäischen Binnenmarkt eröffnen, Wechselkursrisiken senken und den grenzüberschreitenden Handel erleichtern.

Bargeldversorgung und Umtauschmöglichkeiten

Um einen reibungslosen Währungswechsel zu gewährleisten, wurden Banken und Geschäfte frühzeitig mit Euro-Bargeld versorgt. Der Umtausch von Lew in Euro ist bei der Bulgarischen Nationalbank zeitlich unbegrenzt und kostenlos möglich. Auch Geschäftsbanken und Postämter bieten den Service zunächst gebührenfrei an, insbesondere in ländlichen Regionen.

Hintergrund: Die Geschichte des Euro

Der Euro ist die gemeinsame Währung eines großen Teils der Europäischen Union. Seine Einführung geht auf die Idee zurück, die wirtschaftliche Integration Europas zu vertiefen und den europäischen Binnenmarkt zu stärken. Eine zentrale Grundlage bildet der Vertrag von Maastricht aus dem Jahr 1992, der die schrittweise Einführung einer Wirtschafts- und Währungsunion festlegte. Um den Euro einzuführen, müssen die Länder die im Vertrag von Maastricht von 1992 festgelegten Kriterien, auch bekannt als "Maastricht-Kriterien", erfüllen. Diese wirtschaftlichen und rechtlichen Anforderungen wurden festgelegt, um sicherzustellen, dass die EU-Mitgliedstaaten bereit sind, den Euro einzuführen und im Euroraum reibungslos zu funktionieren.

Am 1. Jänner 1999 wurde der Euro zunächst als Buchgeld eingeführt und ersetzte die nationalen Währungen in Finanzmärkten und im elektronischen Zahlungsverkehr. 3 Jahre später, am 1. Jänner 2002, kamen Euro-Banknoten und -Münzen in Umlauf und lösten in 12 EU-Mitgliedstaaten, darunter Österreich, die bisherigen Landeswährungen im Alltag ab. Seitdem ist der Euroraum kontinuierlich gewachsen. Mit Bulgariens Beitritt nutzen 21 EU-Mitgliedstaaten und mehr als 357 Millionen Menschen den Euro als gemeinsame Währung. Der Euro verfolgt das Ziel, Preisstabilität zu sichern, den Handel innerhalb Europas zu erleichtern und wirtschaftliche Stabilität zu fördern. Die Geldpolitik für den Euroraum wird von der Europäischen Zentralbank gesteuert.