Jahr 1815

Die Neuordnung Europas: der Wiener Kongress

Mit der Schlussakte des Wiener Kongresses vom 9. Juni 1815 wurde die Neuordnung Europas nach dem Ende der Napoleonischen Kriege besiegelt. Nach den Grundsätzen der monarchischen Legitimität wurde versucht, ein Gleichgewicht der Mächte in Europa zu schaffen. Dem Gedanken der Volkssouveränität wurde eine Absage erteilt, vielmehr setzte sich über weite Strecken das restaurative Prinzip der vorrevolutionären Ordnung durch.

An die Stelle des Heiligen Römischen Reiches trat nicht der von vielen erhoffte Nationalstaat, sondern nur ein loser Zusammenschluss im Rahmen des Deutschen Bundes. Dem Kaisertum Österreich kam der Vorsitz im Deutschen Bund zu, darüber hinaus bildete es mit Russland und Preußen in der Folge die Heilige Allianz.

Die unter maßgeblichem Einfluss des späteren österreichischen Staatskanzlers Clemens Wenzel Lothar Fürst Metternich zustande gekommene Ordnung sollte eine Friedensperiode in der Mitte Europas einleiten, nationale Erhebungen und demokratische Strömungen wurden allerdings nach Möglichkeit niedergehalten. 

Die Neuordnung Europas: der Wiener Kongress
- Foto: BKA, Österreichisches Staatsarchiv / Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv