Jahr 1812

Wegweiser für den modernen Rechtsstaat: das ABGB

Wegweiser für den modernen Rechtsstaat: das ABGB
- Foto: Linde Verlag, Österreichisches Staatsarchiv / Abt. Allgemeines Verwaltungsarchiv – Finanz- und Hofkammerarchiv

Mit 1. Jänner 1812 trat das im Juni 1811 kundgemachte Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch in den deutschen Erbländern der Österreichischen Monarchie in Kraft.

Europaweit gesehen ist das ABGB, wie der Code civil von 1804, eine der ersten im Geiste der Aufklärung erfolgten Rechtskodifikationen auf der Basis der jedem Menschen zukommenden angeborenen Rechte. Als sein Schöpfer gilt Franz von Zeiller, der auf dem hier dargestellten und beim Justizpalastbrand stark beschädigten Entwurf von 1809 einige Anmerkungen hinterließ. Eine Besonderheit ist, dass das ABGB bis heute in vielen Bereichen des österreichischen Zivilrechts Gültigkeit besitzt und unter diesem Namen regelmäßig in neuer Fassung publiziert wird.

Das ABGB ebnete dem modernen Rechtsstaat den Weg und wurde wegen seiner Präzision und konsequenten Systematik zum Vorbild für andere europäische Kodifikationen des Privatrechts.