Statistik Kinder- und Jugendhilfe Kinder- und Jugendhilfestatistik für das Berichtsjahr 2025

Statistik Kinder- und Jugendhilfe

Kinder- und Jugendhilfestatistik für das Berichtsjahr 2025

Seit dem Berichtsjahr 2015 wird eine österreichweite Statistik der Kinder- und Jugendhilfe erstellt, die die vorangegangenen Kinder- und Jugendhilfeberichte (vormals Jugendwohlfahrtsberichte) abgelöst hat. Das Datenerhebungsprogramm für die bundesweite Kinder- und Jugendhilfestatistik wurde gemeinsam mit der Statistik Austria und den Ländern ausgearbeitet und wesentlich verbessert:

Im Vergleich zu den Kinder- und Jugendhilfeberichten werden in der Kinder- und Jugendhilfestatistik nunmehr viel mehr Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe statistisch erfasst (zum Beispiel Gefährdungsabklärungen, Soziale Dienste, Einnahmen und Ausgaben) oder detaillierter dargestellt. Die Datenerfassung wurde durch genaue Leistungsbeschreibungen präzisiert. Zugunsten der Datenqualität wird von Stichtagserhebungen abgesehen. Stattdessen erfolgt die Datenerhebung im Referenzzeitraum des jeweiligen Berichtsjahres, wodurch auch Leistungen erfasst werden, die vor dem Stichtag begonnen und beendet werden und daher zum Stichtag nicht bestehen.

Die wesentlichen Ergebnisse im Berichtsjahr 2025 sind:

  • Insgesamt erhielten 42.645 Kinder und Jugendliche Unterstützung der Erziehung, 13.029 Kinder und Jugendliche wurden im Rahmen der Vollen Erziehung betreut.
  • In Relation zur gleichaltrigen Bevölkerung beträgt der Anteil der Minderjährigen in voller Erziehung 0,83 Prozent bzw. 2,71 Prozent bei Unterstützung der Erziehung. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß:
    • Volle Erziehung: 0,56 Prozent (OÖ) bis 1,19 Prozent (W)
    • Unterstützung der Erziehung: 1,67 Prozent (OÖ) bis 4,63 Prozent (K)
  • 61 Prozent der Minderjährigen wurden in sozialpädagogischen Einrichtungen betreut. 39 Prozent lebten in Pflegefamilien.
  • 4.249 junge Menschen zwischen 18 und 21 erhielten Hilfen für junge Erwachsene.
  • 54.901 Gefährdungsabklärungen zur Prüfung von Kindeswohlgefährdungen wurden eingeleitet.
  • 77.370 Erziehungshilfen wurden zuerkannt, davon 92,4 Prozent aufgrund einer Vereinbarung und nur 7,6 Prozent auf Basis einer gerichtlichen Verfügung.
  • 1.181,8 Mio. Euro wurden für die Unterstützung der Erziehung, Volle Erziehung und Hilfen für junge Erwachsene investiert. Die Einnahmen aus Kostenersätzen betrugen 62,8 Mio. Euro. (Nettoausgaben insgesamt 1.118,9 Mio. Euro.)
  • 69 Kinder erhielten Unterstützung durch Mitwirkung bei der Adoption.
  • Für 74.363 Kinder und Jugendliche wurden Rechtsvertretungen übernommen.

Gegenüber dem Berichtsjahr 2024 sind folgende signifikante Entwicklungen zu beobachten:

  • Die Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung der Erziehung erhielten, sowie jene in voller Erziehung ist gesunken (Unterstützung: -5,9 Prozent, volle Erziehung: 0,2 Prozent).
  • Die Gesamtzahl der Gefährdungsabklärungen gestiegen (+3,3 Prozent), wobei der Anstieg in Salzburg am stärksten war. Bis 2020 war die Zahl der Abklärungen stabil; seither ist sie um 49,4 Prozent gestiegen.
  • Gegenüber dem Vorjahr ist der Nettoaufwand um +111,4 Mio. Euro (+11,1 Prozent) und damit deutlich über der Inflation (+3,6 Prozent) gestiegen.

Weiterführende Informationen

Kontakt

Abteilung Kinder- und Jugendhilfe
E-Mail: kjh@bka.gv.at