"Quantum Austria" – Erste Forschungsprojekte aus EU-Aufbauplan-Mitteln bewilligt

Erste Forschungsprojekte zur Quantenforschung starten mit Mitteln aus dem österreichischen EU-Aufbauplan – Weitere Projekte folgen laufend – Wissenschaftsminister Polaschek: "Wir erhöhen die Erfolgschancen für Österreichs Forschende im Zukunftsfeld Quantenforschung"  

OPTICON Labormaterial

Im Rahmen der Forschungsoffensive "Quantum Austria" des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) sind die ersten Forschungsprojekte der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und des Fonds' zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) genehmigt worden. Aus der ersten Ausschreibungsrunde der FFG hat das BMBWF die erste positive Förderentscheidung aus dem Schwerpunkt "Update der High-Performance-Computing-Infrastruktur" getroffen. Damit werden 20 Millionen Euro in den Ausbau der nationalen High-Performance-Computing-Kapazitäten (HPC) investiert. Bislang sind 10 Forschungsprojekte an Österreichs Universitäten mit einem Fördervolumen von 3,1 Millionen Euro vom FWF bewilligt worden. Weitere Projektvorschläge befinden sich derzeit noch in der Begutachtung.

Wissenschaftsminister Polaschek: "Wir investieren in die besten Talente und Infrastruktur"

Wissenschaftsminister Martin Polaschek erklärte dazu: "Mit 'Quantum Austria' erhöhen wir die Erfolgschancen für Österreichs Forschende im Zukunftsfeld Quantenforschung. Das große Interesse und die ersten Bewilligungen unterstreichen die vorhandenen Kompetenzen, die wir mit den Mitteln aus dem Krisenfonds noch weiter ausbauen. Wir investieren nicht nur in die besten Talente, sondern auch in die Infrastruktur, die sie benötigen, um Österreich als Wissens- und Innovationstandort zu stärken."

Die FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner ergänzten: "Die FFG übernimmt dabei den wichtigen Part der Unterstützung der angewandten Forschung für die Initiative 'Quantum Austria'. Mit Infrastruktur- und F&E-Projekten in Zusammenarbeit zwischen innovativen Unternehmen und den Forschungseinrichtungen wird es in den kommenden Jahren gelingen, die Quantentechnologie im Land entscheidend voranzubringen."

Auch FWF-Präsident Christof Gattringer zeigte sich erfreut: "Sowohl das Interesse als auch das wissenschaftliche Potenzial in der Quantenforschung sind in Österreich besonders ausgeprägt. 'Quantum Austria' macht es Forschenden möglich, ihre Pionierarbeit in diesem besonders zukunftsträchtigen Bereich weiter voranzubringen. Gemeinsam mit der FFG wollen wir die Basis erweitern, auf der Innovationssprünge möglich werden – die ersten Bewilligungen sind bereits sehr vielversprechend, mögen noch viele weitere folgen."

"MUSICA" – erstes Projekt erhält 20 Millionen Euro Förderung

Die erste FFG-Ausschreibungsrunde endete am 31. Mai 2022. Bis dahin waren insgesamt 27 Projektvorschläge mit einem Gesamtvolumen von 91,25 Millionen Euro eingereicht worden. Die beantragte Gesamtförderung liegt bei 84,7 Millionen Euro, ausgeschrieben waren 39,2 Millionen Euro. Als erstes Projekt konnte der Projektvorschlag "MUSICA" ("Multi-Site Computer Austria") mit einer Fördersumme von 20 Millionen Euro bewilligt werden. Dieses kooperative Projekt unter der Konsortialführung des "Vienna Scientific Cluster" verfolgt das Ziel, in den kommenden Jahren eine schlagkräftige zusätzliche Forschungsinfrastruktur im Bereich High-Performance-Computing (HPC) in Österreich aufzubauen. Eine Kopplung dieser HPC-Infrastruktur mit einem Quantencomputer ist eines der Ziele der Förderinitiative, wofür dieses Projekt die wichtige Basis liefert.

Seit dem Ausschreibungsstart haben bisher 33 Forschende von Österreichs Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten Quantenforschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 10,1 Millionen Euro beim FWF eingereicht.

Hintergrund: Forschungsoffensive "Quantum Austria"

Auf Initiative des BMBWF investiert Österreich mit Mitteln des österreichischen EU-Aufbauplans rund 107 Millionen Euro in den Ausbau der Quantenforschung und -technologien. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit und europäische Zusammenarbeit in dieser strategischen Schlüsseltechnologie weiter zu stärken. Forschende, Universitäten, außeruniversitäre Forschungsstätten sowie Unternehmen aus dem Bereich der Quantenforschung und -technologien können im Rahmen der Förderoffensive "Quantum Austria" aus bestehenden Angeboten von FFG und FWF wählen. Das Angebot erstreckt sich von Förderungen für Forschende an Universitäten bis hin zu F&E-Aktivitäten (Forschung und Entwicklung) von Start-ups, Unternehmen und Industrie. Die Vergabe von Fördermitteln erfolgt innerhalb bestehender Förderformate, um eine rasche und unkomplizierte Förderentscheidung zu ermöglichen. Bei der FFG stehen Förderinstrumente unter anderem für kooperative F&E-Projekte, Einzelprojekte der industriellen Forschung, Leitprojekte, Bridge-Wissenstransfer oder F&E-Infrastruktur zur Verfügung. Beim FWF ist eine Einreichung bei den Einzelprojekten, dem "1000-Ideen"-Programm sowie den beiden Karriereprogrammen ESPRIT und Schrödinger möglich.

Insgesamt sind bis 2026 im Rahmen von "Quantum Austria" 3 Ausschreibungsrunden geplant. Bei "Quantum Austria" handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt des österreichischen EU-Aufbauplans (Komponente 3 – Wissensbasierter Aufbau), für das bis 2026 insgesamt 107 Millionen Euro zur Verfügung stehen. "Quantum Austria" ist in die österreichische FTI-Strategie 2030 (Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation) eingebettet und unterstützt deren Zielsetzungen vom Bereich der exzellenten und kooperativen Forschung bis hin zum Ausbau digitaler Infrastrukturen.

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