"Community Nursing": Zentrale Ansprechpersonen für Pflege und soziale Dienstleistungen

Projekt des Österreichischen Aufbau- und Resilienzplan 2020-2026

Pfleger hält Hand der betreuten Person. Foto: shapecharge

Die Etablierung von Community Nursing in Österreich soll einen wesentlichen Beitrag zur wohnortnahen, niederschwelligen und bedarfsorientierten Versorgung leisten. Community Nurses (CN) sind zentrale Ansprechpersonen, welchen die Koordination diverser Leistungen (zum Beispiel von Therapien und sozialen Dienstleistungen) obliegt und die im Präventionsbereich eine zentrale Rolle spielen. Community Nurses übernehmen aktiv das Nahtstellenmanagement zwischen Sozialbereich und (öffentlicher) Gesundheit.

Dem internationalen Trend folgend soll diese Rolle der Gesundheits- und Krankenpflege in Österreich etabliert und in weiterer Folge sukzessive in Richtung Community Health Nursing ausgebaut werden. Ziel ist es, dem ungedeckten Bedarf der Bevölkerung zu entgegnen, das Wohlbefinden zu verbessern, die Gesundheitskompetenz zu stärken und somit den Verbleib älterer Menschen im eigenen Zuhause so lange wie möglich, durch Stärkung der Selbsthilfe von Betroffenen und deren An- und Zugehörigen, zu gewährleisten.

Community Nurses sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung. In der Projektlaufzeit sollen bundesweit 150 Community Nurses als Pilotprojekte etabliert werden. Zielgruppen sind ältere zu Hause lebende Menschen mit drohendem oder bestehendem Informations-, Beratungs-, Pflege- und/oder Unterstützungsbedarf sowie pflegende/betreuende Angehörige und Menschen ab dem 75. Lebensjahr vor Eintreten einer etwaigen Pflegebedürftigkeit (präventive Hausbesuche). Eine engmaschige und kontinuierliche Begleitung, Monitoring und Evaluierung wird durch die Gesundheit Österreich GmbH durchgeführt.

Quelle:

Pflege: Nationalrat schafft einstimmig rechtliche Grundlage für Community-Nurses, Parlamentskorrespondenz, 7. Juli 2021

Projektinformation

  • Investition durch den EU-Aufbauplan: 54,2 Millionen Euro
  • Dem EU-Aufbauplan zugehörige Komponente: Komponente 4 – Gerechter Aufbau
  • Laufzeit/Meilensteine: 3. Quartal 2021 bis 4. Quartal 2024:
    • Meilenstein/Ziel 1: 3. Quartal 2021: Start der Umsetzung (bereits erfolgt durch Änderung des Bundespflegegeldgesetz, BGBl I Nr. 2021/164, seit 28. Juli 2021 in Kraft).
    • Meilenstein/Ziel 2: 4. Quartal 2022: Zwischenevaluierung liegt vor; Möglichkeit zur Anpassung der Pilotprojekte und weiteren Steuerung.
    • Meilenstein/Ziel 3: 4. Quartal 2024: 150 "Community Nurses" sind bundesweit tätig.
  • Federführendes Ressort: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK)
  • Kontakt: Mag.a Katharina Meichenitsch, BMSGPK, Sektion IV, Pflegevorsorge, Behinderten- und Versorgungsangelegenheiten, E-Mail: katharina.meichenitsch@sozialministerium.at