"Eric Kandel Institut" in Wien: 75 Millionen Euro aus dem EU-Aufbauplan für Stärkung der Präzisionsmedizin

Einstimmiger Beschluss im Wiener Gemeinderat ebnet Weg zur Errichtung des "Eric Kandel Instituts – Zentrum für Präzisionsmedizin" – Bis 2026 Investitionen in Höhe von 75 Millionen Euro aus dem österreichischen EU-Aufbauplan – Wissenschaftsminister Polaschek: "Weiterer Booster für den österreichischen Forschungs- und Wirtschaftsstandort"

Medizinische Forschung, Mikroskopie

Am 24. November 2022 erfolgte der einstimmige Beschluss des Wiener Gemeinderates zur Errichtung des "Eric Kandel Instituts – Zentrum für Präzisionsmedizin", benannt nach dem gleichnamigen Nobelpreisträger. Dieses neue Forschungsgebäude soll auf über 6.000 Quadratmetern bis Ende 2026 auf dem Gelände des Allgemeinen Krankenhauses (AKH) Wien entstehen. Das Institut – finanziert vom Bund und mit Mitteln aus dem österreichischen EU-Aufbauplan (75 Millionen Euro) – soll insgesamt rund 90 Millionen Euro kosten, ideale Rahmenbedingungen für hunderte Forscherinnen und Forscher schaffen und am Medizinstandort Wien die Entwicklung maßgeschneiderter Therapien unter Berücksichtigung modernster Diagnostik-Methoden ermöglichen. Die Stadt Wien (und damit der Wiener Gesundheitsverbund) ist Eigentümerin des Grundstückes und wird das "Eric Kandel Institut – Zentrum für Präzisionsmedizin" errichten.

Wissenschaftsminister Polaschek: "Weiterer Booster für den österreichischen Forschungs- und Wirtschaftsstandort"

"Präzisionsmedizin wirkt zielgerichtet und persönlich maßgeschneidert. Dieser Forschungsbereich ermöglicht modernste Therapien mit möglichst geringen Nebenwirkungen. Das neue Eric Kandel Institut am Campus der MedUni Wien wird sich genau diesem Zukunftsfeld der medizinischen Behandlung widmen. Mit den notwendigen Beschlüssen kann die Errichtung nun erfreulicherweise starten. Die Forschungsergebnisse sind ein Beitrag zur bestmöglichen medizinischen Versorgung in Österreich und ein weiterer Booster für den österreichischen Forschungs- und Wirtschaftsstandort", betonte Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsminister Martin Polaschek.

"Die Gründung des Institutes sichert dem Medizinstandort Wien und der Medizinischen Universität Wien auch in Zukunft eine weltweite Vorreiterrolle in der Medizin. Präzisionsmedizin ist in der Onkologie, aber auch in anderen Disziplinen bereits auf mehreren Ebenen verwirklicht und in ständiger Entwicklung. Diese rasante und erfolgversprechende Entwicklung soll für alle geeigneten medizinischen Bereiche, Fächer und Verfahren nutzbar gemacht werden und wird durch das Zentrum für Präzisionsmedizin ausgeweitet und vertieft", unterstrich Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. "Maßgeschneiderte Medizin ist ein Ansatz, der an den Wiener Universitätskliniken bereits in vielen Disziplinen täglich gelebt wird", erklärte Markus Müller, Rektor der MedUni Wien. "Am Eric Kandel Institut sollen insbesondere Technologien konzentriert werden, die für die Planung, Implementierung und Umsetzung von Precision-Medicine-Projekten von Bedeutung sind. Damit verbunden ist auch ein Beitrag zur Innovationsmetropole Wien und damit zur Sicherung der hochqualitativen Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung."

Moderne Rahmenbedingungen für digitale und personalisierte Medizin

Am MedUni Campus AKH in Wien sollen mit dem "Zentrum für Präzisionsmedizin" künftig Diagnosen, Therapien und Präventionsmaßnahmen entwickelt werden, die an individuelle Faktoren angepasst sind. Als Namensgeber für das neue Forschungszentrum fungiert der aus Wien stammende Nobelpreisträger Eric Kandel. Kandel (geboren 1929 in Wien) revolutionierte mit seinen Studien das Verständnis für die Bildung von Kurz- und Langzeitgedächtnis. Im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung von chemischen und strukturellen Veränderungen im Gehirn aller lernenden Organismen, von Schnecken bis zum Menschen. Der in New York lebende Kandel musste als Kind – im Jahr 1939 nach dem "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland – mit seiner Familie aus Österreich in die USA emigrieren.

Schwerpunkt des neuen Zentrums: Maßgeschneiderte Diagnostik-Methoden und individualisierte Therapie-Angebote

Die Begriffe "Präzisionsmedizin" ("Precision Medicine") beziehungsweise "Personalisierte Medizin" ("Personalized Medicine") beschreiben den vielleicht wichtigsten Trend für die medizinische Wissenschaft des 21. Jahrhunderts, nämlich das Abgehen von "one size fits all"-Behandlungsmethoden und die Verwendung von maßgeschneiderten Therapien unter Berücksichtigung modernster Diagnostik-Methoden. Der Fokus des neuen "Eric Kandel Instituts – Zentrum für Präzisionsmedizin" liegt insbesondere auf biomedizinischer Forschung, klinischen Studien, Genom-Technologie, Bioinformatik und Informationstechnologie (IT). Damit soll es in Zukunft noch besser möglich sein, Patientinnen und Patienten zielgerichtet und individuell zu behandeln sowie die Ursache der Erkrankung auf molekularer Ebene zu identifizieren.

Damit verbunden ist nicht nur ein Beitrag zur Sicherung der spitzenmedizinischen Versorgung für die Bevölkerung auf Grundlage erbrachter Forschungsergebnisse, sondern auch der Transfer von Erfindungen und Firmengründungen im Sinne einer "Knowledge Economy" sowie die Sicherung weiterer künftiger Arbeitsplätze. Damit leistet das Zentrum auch einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Wien.

Hintergrund: Errichtung des "Zentrums für Präzisionsmedizin"

Das Projekt zur Errichtung des "Eric Kandel Instituts – Zentrum für Präzisionsmedizin" ist in der Komponente 3 "Wissensbasierter Aufbau", Subkomponente 3-A Forschung, im österreichischen EU-Aufbauplan – Investition 3.A.3 "Austrian Institute of Precision Medicine" – verankert. Aus Mitteln des EU-Aufbauplans werden in Summe 75 Millionen Euro in die Errichtung des neuen Gebäudes sowie die Ausstattung mit "state of the art"-Forschungsinfrastrukturen investiert – und damit optimale Rahmenbedingungen für hunderte Forscherinnen und Forscher der MedUni Wien geschaffen.

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