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Digitales

Hände beim Eingeben von Text auf einer Computer-Tastatur.

Bekämpfung von Cybercrime

Kriminelle benützen die Pandemie, um verschiedene Betrugsversuche und Angriffe durchzuführen. Dabei nutzen sie vor allem die Nachfrage nach Informationen und Warenlieferungen aus und greifen die Schwachstellen in der digitalen Infrastruktur an.

Die kriminellen Aktivitäten umfassen:

  • Cyberangriffe auf Organisationen und Personen, darunter Phishing-Kampagnen zur Verbreitung von Schadsoftware über schädliche Links und Anhänge,
  • Telefonbetrugsmaschen und Betrugsmaschen ("Scams") im Zusammenhang mit Warenlieferungen und Dekontaminierung,
  • Verkauf gefälschter Gesundheitsprodukte und Hygieneartikel sowie Vertrieb gefälschter Coronavirus-Selbsttestkits,
  • Hausbesuche von Betrügern, die vorgeben, Angehörige von Strafverfolgungs- oder Gesundheitsbehörden zu sein, und Tests für Covid-19 anbieten, um in Häuser eindringen und Wertsachen entwenden zu können,
  • Zunahme der Schleuserkriminalität und der sexuellen Ausbeutung – auch von Kindern.

Europol, die EU-Agentur für Strafverfolgung, sammelt Informationen aus den EU-Mitgliedstaaten und veröffentlicht regelmäßig Berichte darüber, wie Kriminelle ihre Straftaten anpassen, um die Coronavirus-Pandemie auszunutzen.

Am 23. März 2020 hat Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders an verschiedene Plattformen, soziale Medien, Suchmaschinen und Online-Marktplätze appelliert, gemeinsam gegen Betrug auf den jeweiligen Plattformen vorzugehen. Die Plattformen – darunter Amazon, Ebay, Facebook, Google oder Yahoo – sind dieser Bitte nachgekommen.

Sicherstellung von stabilen Internetverbindungen

Netflix und YouTube haben nach einer Aufforderung durch den für den Binnenmarkt zuständigen EU-Kommissar Thierry Breton am 20. März 2020 angekündigt, angesichts der Coronavirus-Krise stabile Internetverbindungen für alle zu gewährleisten. Millionen von Bürgerinnen und Bürgern in der EU passen sich dank digitaler Plattformen an die aktuellen Einschränkungen an und nützen diese Tools bei Telearbeit, E-Learning und Unterhaltung. Netflix hat daher die Bitraten für alle Streams in Europa für 30 Tage – und damit den Netflix-Verkehr in den europäischen Netzwerken um 25 Prozent reduziert. Auch YouTube hat den gesamten Datenverkehr in der EU vorübergehend auf die Standarddefinition umgestellt. Durch diese Maßnahmen soll eine Netzüberlastung vermieden und das offene Internet für möglichst viele Bürgerinnen und Bürger gewährleistet werden. Durch die Nutzung von Diensten auf Standard-Niveau (statt hochauflösender Qualität) kann der Datenverkehr erheblich reduziert werden.

Weitere Informationen:

Bekämpfung von Desinformation und "Fake News"

Ein Mann beim Bedienen seines Handys.

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Covid‑19 stellt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine "Informations-Pandemie" fest. Diese Flut an teilweise falschen oder ungenauen Informationen über das Virus, seinen Ursprung, seine Auswirkungen und über die Maßnahmen der Behörden zur Bekämpfung dieser Pandemie erschwert es den Menschen, die von ihnen benötigten verlässlichen Quellen und Ratschläge zu finden.

"In der EU und anderswo wird versucht, durch koordinierte Desinformationsmeldungen besonders gefährdeten Minderheiten die Verantwortung für die Pandemie zuzuschieben und Zweifel daran zu säen, dass demokratische Institutionen in der Lage sind, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Einige staatliche und staatlich unterstützte Akteure versuchen, die Krise im Bereich der öffentlichen Gesundheit auszunutzen, um geopolitische Interessen voranzubringen, oft indem sie die Glaubwürdigkeit der Europäischen Union und ihrer Partner unmittelbar in Frage stellen."
(Auszug aus dem aktualisierten Sonderbericht des Europäischen Auswärtigen Dienstes, 1. April 2020)

Gerade in Bezug auf das Coronavirus ist es daher wichtig, sich nur aus verlässlichen Quellen über die Pandemie zu informieren, etwa über die Websites der nationalen Gesundheitsbehörden oder europäischer und internationaler Organisationen wie jene des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Alle leisten zudem einen Beitrag, wenn sie Informationen aus zweifelhaften Quellen nicht ungeprüft weiterleiten.

Die EU-Institutionen bekämpfen Desinformation auch über eine enge Zusammenarbeit mit Online-Plattformen. Diese werden dazu aufgerufen, verlässliche Quellen zu fördern, falschen oder irreführenden Inhalten kein Forum zu bieten und illegale oder potenziell schädliche Inhalte zu entfernen.

Am 10. Juni 2020 schickte die EU-Kommission eine gemeinsame Mitteilung zur Bekämpfung von Desinformation im Zusammenhang mit Covid-19 an die anderen Institutionen der Europäischen Union. Im Fokus stand dabei die Forderung, alle Anstrengungen zu bündeln, um EU-Bürgerinnen und Bürger besser zu informieren, und in diesem Zusammenhang enger mit den Mitgliedstaaten, internationalen Partnern, Drittländern, aber auch mit Verbraucherinnen und Verbrauchern zusammenzuarbeiten.

"Während der Coronavirus-Pandemie ist Europa von Desinformationskampagnen überschwemmt worden, die ihren Ursprung sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU hatten. Um diese Desinformation zu bekämpfen, müssen wir alle relevanten Akteure von Online-Plattformen bis hin zu Behörden mobilisieren und unabhängige Faktenprüfer und Medien unterstützen.", so die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Věra Jourová.

Von den Online-Plattformen (zum Beispiel Twitter, Facebook oder Google) fordert die Kommission zudem zusätzliche Maßnahmen gegen Desinformation ein. Höhere Transparenz könnten monatliche Berichte gewährleisten, die von den Online-Konzernen mit genauen Daten vorgelegt werden. Dadurch würde die EU-Kommission nachvollziehen können, wie von Seiten der Unternehmen verlässliche Fakten gefördert und Desinformation eingedämmt wird. Die von der EU-Kommission neu eingerichtete Europäische Beobachtungstelle für digitale Medien soll zudem durch weitere Faktenprüferinnen und -prüfer personell aufgestockt werden.

Weitere Informationen: