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Bildung und Jugend

Verlängerung der Antragsfristen für "Erasmus+"

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Die Teilnahme von Studierenden, Schülerinnen und Schülern und sonstigen Personen an Mobilitätsprogrammen der EU leidet besonders unter der Coronavirus-Krise. Aktuell können manche Teilnehmende an "Erasmus+"-Programmen und Projekten des Europäischen Solidaritätskorps ihren Heimatort nicht verlassen oder von ihrem vorübergehenden Aufenthaltsort nicht nach Hause zurückkehren. Gemäß eines Berichts des Erasmus Student Network (ESN) wurde ein Viertel der Auslandsaufenthalte abgebrochen. 37,5 Prozent der Studierenden hatten mit mindestens einem größeren Problem im Zusammenhang mit ihrem Austausch zu kämpfen – etwa dem Verlust der Reisemöglichkeiten für die Rückkehr ins Heimatland, Problemen mit der Unterkunft und bei der Deckung von Grundbedürfnissen.

Daher setzt die EU-Kommission bei der Durchführung von Mobilitätsprogrammen auf größtmögliche Flexibilität und hat folgende Maßnahmen getroffen:

  • Die "Erasmus+"-Nationalagenturen können anhand eines Leitfadens zur Berufung auf höhere Gewalt prüfen, ob zusätzliche Kosten bis zu einem maximalen Finanzhilfebetrag akzeptiert werden können. Stornokosten können sich durch Nichtantritte, Abbrüche und Unterbrechungen von geplanten Reisen ergeben. Die Studierenden melden angefallene Kosten an die jeweilige "Erasmus+"-Nationalagentur (in Österreich ist dies der Österreichische Austauschdienst, OeAD), wo eine Rückerstattung geprüft und ausbezahlt wird. Über 3.500 Studierende aus Österreich hatten für das Sommersemester 2020 einen Aufenthalt via "Erasmus+" geplant.
  • Wenn Erasmus-Studierende Prüfungen nicht absolvieren können, da diese zu einem Zeitpunkt stattfinden, an dem sie nicht mehr im Ausland sind, gilt folgendes: Erasmus-Studierende müssen die Mindestleistung von 3 ECTS-Credits pro absolviertes Monat nicht erbringen. Zudem wird die Gewährung finanzieller Mittel im Rahmen von "Erasmus+" nicht mit der Absolvierung von ausreichend ECTS-Credits verknüpft.
  • Zudem haben viele Hochschulen europaweit auf E-Learning umgestellt und bieten Studierenden an, Lehrveranstaltungen weiter zu besuchen und Prüfungen online abzulegen. Wenn Studierende die Möglichkeit haben, zu einem späteren Zeitpunkt während des Jahres ins Ausland zurückzukehren und weiterstudieren, ist dies prinzipiell möglich. Diese Entscheidung hängt vorrangig von der Hochschule, den Studierenden und dem Studienplan ab.
  • Gegebenenfalls können die im Rahmen von "Erasmus+" geplanten Projekte um bis zu 12 Monate pro Projekt aufgeschoben werden.
  • Aufgrund der Herausforderungen der Coronavirus-Krise für die Antragstellenden, hat die Europäische Kommission am 17. März 2020 die Antragsfristen für zahlreiche Maßnahmen des "Erasmus+"-Programms verlängert. Dies betrifft alle "Erasmus+"-Sportmaßnahmen, Maßnahmen im Bereich der Schul-, Berufs-, Erwachsenen- und Hochschulbildung. Betroffen sind beispielsweise Schulaustauschprojekte, länderübergreifende Sport-Programme, Projekte von Freiwilligen, aber auch geförderte Praktika und Arbeitsstellen im Ausland.

"Erasmus+" ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Seine Mittelausstattung von 14,7 Milliarden Euro (Periode 2014-2020) ermöglichst es über 4 Millionen Europäerinnen und Europäern, im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. "Erasmus+" vereint 7 zuvor einzeln laufende Programme unter seinem Dach und bietet Auslandsaufenthalte für Studierende, Schülerinnen, Schüler, Lehrlinge, Lehrkräfte, Erwachsene jeden Alters und für Organisationen. Gefördert werden Studienaufenthalte, Praktika und Projekte in 33 sogenannten "Erasmus"-Programmländern und weltweit in "Erasmus"-Partnerländern.

Weitere Informationen:  

"Erasmus+"-Projektaufruf "European Youth Together 2020"

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Am 12. Mai 2020 hat die Europäische Kommission ihre Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für die Aktion "European Youth Together 2020" ("Europäische Jugend vereint") im Rahmen des Programms "Erasmus+" veröffentlicht. Mit einem voraussichtlichen Budget von 5 Millionen Euro sollen europaweite Netzwerke von Jugendorganisationen unterstützt werden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind viele junge Menschen von ihren Altersgenossen und den normalen täglichen Aktivitäten abgekoppelt und gleichzeitig mit Unsicherheiten bei Berufsaussichten, sozialem Leben und in der Freizeit konfrontiert. Mit dem Aufruf will die Kommission den Jugendsektor dabei unterstützen, jungen Menschen in dieser Krisenzeit eine Perspektive zu geben.

Mariya Gabriel, Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, betonte, dass Jugendorganisationen jetzt und über einen längeren Zeitraum unterstützt werden müssten. Der Aufruf richtet sich an Jugend-NGOs, die Projekte vorschlagen wollen, an denen mindestens 5 Partner in 5 verschiedenen Ländern beteiligt sind und die junge Menschen in Partnerschaften in allen "Erasmus+"-Programmländern mobilisieren können. Die Frist für die Einreichung von Projekten endet am 28. Juli 2020.

Weitere Informationen:

Projektaufruf "European Youth Together 2020" (Englisch) 

Online-Bildungsangebote

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Der Ausbruch der Coronavirus-Krise stellt Lernende, Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder vor große Herausforderungen. Bildung, Ausbildung und Mobilität in der gewöhnlichen Art und Weise sind häufig nicht möglich.

Die Europäische Union stellt daher Online-Lernangebote zur Aus- und Weiterbildung in Zeiten von Covid-19 bereit:

Online-Plattformen

Zahlreiche Online-Plattformen stehen Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern zur Verfügung, beispielsweise "School Education Gateway" (Unterrichtsmaterial und Fortbildungsmöglichkeiten in 23 europäischen Sprachen, Online-Kurse, Webinare). Die "eTwinning"-Plattform ist die europäische Kooperationsplattform für Lehrkräfte zur Kommunikation, Planung und Durchführung gemeinsamer Projekte. Die "Lernecke" der EU bietet Unterrichtsmaterial für Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen, Online-Spiele und Wettbewerbe.

Weitere Plattformen sind etwa "SALTO" (Material zur Förderung und Unterstützung der Jugendarbeit in der EU), "EPALE – Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa" und die Plattform zum virtuellen "Erasmus+"-Austausch. Tipps fürs E-Teaching und E-Learning bietet die Website des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT). Die Initiative "EU Code Week" der Europäischen Kommission will den EU-Bürgerinnen und -Bürgern durch Online-Kurse und Gamification-Elemente Programmieren, computergestütztes Denken und digitale Kompetenzen näherbringen.

Weitere Informationen:

Online-Plattformen (Übersicht)

EU-geförderte Projekte 

Die Website sammelt innovative Ideen, Tools und Tipps für Lernende und Lehrende aus EU-geförderten Projekten. Darunter befinden sich beispielsweise ein EU-geförderter Online-Kurs für digitale Kompetenzen von Hochschul-Lehrenden, spielerische Projekte zur Bedeutung von ökologischer Nachhaltigkeit für Schülerinnen und Schüler, Online-Kurse zur Förderung von sozialem Unternehmertum oder Aktivitäten zum digitalen generationenübergreifenden Lernen. 

Weitere Informationen:

EU-geförderte Projekte (Übersicht)

"Stay At Home Digital Toolkit" 

Die Website des EU-Projektes "All Digital Week" stellt unter dem Motto "Stay At Home Digital Toolkit" zahlreiche Links zu Angeboten für die digitale Zusammenarbeit bereit. Die Tools fördern E-Learning und Remote Work. Zudem enthält das Angebot Hinweise für das Datenschutz-konforme Lernen und Arbeiten, weist auf Herausforderungen im Bereich der Cyber-Sicherheit hin und verlinkt zu Websites mit Tipps für Medienbildung.

Weitere Informationen:

"Stay At Home Digital Toolkit" (Übersicht) (Englisch)