Bildung und Jugend

Verlängerung der Antragsfristen für "Erasmus+"

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Die Teilnahme von Studierenden, Schülerinnen und Schülern und sonstigen Personen an Mobilitätsprogrammen der EU wurde besonders von der Coronavirus-Krise beeinträchtigt. Viele hatten mit mindestens einem größeren Problem im Zusammenhang mit ihrem Austausch zu kämpfen – etwa dem Verlust der Reisemöglichkeiten für die Rückkehr ins Heimatland, Probleme mit der Unterkunft und bei der Deckung von Grundbedürfnissen.

Daher setzte die EU-Kommission bei der Durchführung von Mobilitätsprogrammen auf größtmögliche Flexibilität und hat folgende Maßnahmen getroffen:

  • Die nationale "Erasmus+"-Agenturen können anhand eines Leitfadens zur Berufung auf höhere Gewalt prüfen, ob zusätzliche Kosten bis zu einem maximalen Finanzhilfebetrag akzeptiert werden können. Der Programmleitfaden für Erasmus+ (Version 3 vom 12. Mai 2021 einschließlich der Berichtigung vom 12. Mai 2021) ist fester Bestandteil der am 25. März 2021 veröffentlichten Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen für Erasmus+ 2021 und ihrer Berichtigung vom 1. Juni 2021. Stornokosten können sich durch Nichtantritte, Abbrüche und Unterbrechungen von geplanten Reisen ergeben. Die Studierenden melden angefallene Kosten an die jeweilige "Erasmus+"-Nationalagentur (in Österreich ist dies der Österreichische Austauschdienst, OeAD), wo eine Rückerstattung geprüft und ausbezahlt wird.
  • Zudem haben viele Hochschulen europaweit auf E-Learning umgestellt und bieten Studierenden an, Lehrveranstaltungen weiter zu besuchen und Prüfungen online abzulegen. Wenn Studierende die Möglichkeit haben, zu einem späteren Zeitpunkt während des Jahres ins Ausland zurückzukehren und weiterstudieren, ist dies prinzipiell möglich. Diese Entscheidung hängt vorrangig von der Hochschule, den Studierenden und dem Studienplan ab.
  • "Erasmus+" ist das EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport in Europa. Seine Mittelausstattung beläuft sich auf  26,2 Milliarden Euro aus dem Instrument für Nachbarschaft, Entwicklungszusammenarbeit und internationale Zusammenarbeit (NDICI). Das ist fast doppelt so viel wie für die Periode des Vorläuferprogramms 2014-2020. Davon sind 70 Prozent für die Förderung von Mobilitätsprojekten vorgesehen. Die Europäische Kommission plant, rund 10 Millionen Menschen bis 2027 mobil zu machen. 30 Prozent der Mittel sind für die Förderung von Kooperationsprojekten sowie Aktivitäten zur Politikentwicklung bestimmt. Über 4 Millionen Europäerinnen und Europäern haben so die Möglichkeit, im Zeitraum 2021 bis 2027 im Ausland zu studieren, sich weiterzubilden, Berufserfahrung zu sammeln oder Freiwilligenarbeit zu leisten. "Erasmus+" vereint 7 zuvor einzeln laufende Programme unter seinem Dach und bietet Auslandsaufenthalte für Studierende, Schülerinnen, Schüler, Lehrlinge, Lehrkräfte, Erwachsene jeden Alters und für Organisationen. Gefördert werden Studienaufenthalte, Praktika und Projekte in 33 sogenannten "Erasmus"-Programmländern und weltweit in "Erasmus"-Partnerländern.

Weitere Informationen:

Online-Bildungsangebote

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Der Ausbruch der Coronavirus-Krise stellt Lernende, Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder vor große Herausforderungen. Bildung, Ausbildung und Mobilität in der gewöhnlichen Art und Weise sind häufig nicht möglich. Die Europäische Union stellt daher Online-Lernangebote zur Aus- und Weiterbildung in Zeiten von Covid-19 bereit:

Online-Plattformen

Zahlreiche Online-Plattformen stehen Lehrkräften sowie Erzieherinnen und Erziehern zur Verfügung, beispielsweise "School Education Gateway" (Unterrichtsmaterial und Fortbildungsmöglichkeiten in 23 europäischen Sprachen, Online-Kurse, Webinare). Die "eTwinning"-Plattform ist die europäische Kooperationsplattform für Lehrkräfte zur Kommunikation, Planung und Durchführung gemeinsamer Projekte. Die "Lernecke" der EU bietet Unterrichtsmaterial für Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen, Online-Spiele und Wettbewerbe. In der sogenannten Lernecke können Schülerinnen und Schüler der Grundschule und Sekundarstufe die EU im Klassenzimmer oder zu Hause auf spielerische Weise entdecken. Lehrkräfte finden hier Unterrichtsmaterial für alle Altersgruppen und es besteht die Möglichkeit der Vernetzung mit anderen Schulen und Lehrkräften weltweit.

Weitere Plattformen sind etwa "SALTO" (Material zur Förderung und Unterstützung der Jugendarbeit in der EU), "EPALE – Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa" und die Plattform zum virtuellen "Erasmus+"-Austausch. Tipps fürs E-Teaching und E-Learning bietet die Website des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT). Die Initiative "EU Code Week" der Europäischen Kommission will den EU-Bürgerinnen und Bürgern durch Online-Kurse und Gamification-Elemente Programmieren, computergestütztes Denken und digitale Kompetenzen näherbringen.

Weitere Informationen:

EU-geförderte Projekte

Die Website sammelt innovative Ideen, Tools und Tipps für Lernende und Lehrende aus EU-geförderten Projekten. Darunter befinden sich beispielsweise ein EU-geförderter Online-Kurs für digitale Kompetenzen von Hochschul-Lehrenden, spielerische Projekte zur Bedeutung von ökologischer Nachhaltigkeit für Schülerinnen und Schüler, Online-Kurse zur Förderung von sozialem Unternehmertum oder Aktivitäten zum digitalen generationenübergreifenden Lernen. Die aktuellen Programme reichen von einem Programm zum Aufbau von Kapazitäten für Hochschullehrer, über spielerische Lernaktivitäten, einem E-Learning-Programm, Lehrfilmen, einer interaktiven Lernplattform bis hin zu offenen Online-Kursen.

Weitere Informationen:

EU-geförderte Projekte (Übersicht)

"SELFIE – ein kostenloses Tool zur Selbstbewertung des digitalen Potenzials von Schulen"

Dieses kostenlose Tool kann dazu eingesetzt werden, anhand der anonymisierten Aussagen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und der Schulleitung eine Selbsteinschätzung des digitalen Potenzials einer Schule zu erstellen und die digitalen Stärken und Schwächen einer Schule zu analysieren. SELFIE ist in 31 Sprachen verfügbar.

Weitere Informationen:

SELFIE - Wie kann ihre Schule digitale Technologien noch besser für den Unterricht nutzen?, Website der Europäischen Kommission

"Programmieren im Corona-Homeoffice"

Die Website stellt unter dem Thema "Sprechen Sie <Code> mit mir" Links zu Kursen und Veranstaltungen bereit. Sie stellt bewährte Methoden und Tipps aus der Code-Week-Community vor, beschreibt die Möglichkeiten des Programmierens und gibt Einblicke in Erfolgsgeschichten anderer Coding-User und -Userinnen.

Weitere Informationen:

"Sprechen Sie <Code> mit mir" - Blog auf dem Portal der EU Code Week