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Aufenthalt/Zugang zum Arbeitsmarkt

Kann ich weiterhin im Vereinigten Königreich leben?

Im Falle eines Brexit ohne Austrittsabkommen müssen EU-Bürgerinnen und -Bürger, um weiterhin rechtmäßig aufhältig zu sein, bereits vor dem Austrittsdatum im Vereinigten Königreich leben und bis spätestens 31. Dezember 2020 einen Antrag auf Pre- oder Settled-Status stellen.

Informationen über das Anmeldeverfahren finden Sie auf den Webseiten der Österreichischen Botschaft in London (Deutsch) und des britischen Innenministeriums (Englisch).

Ich bin britische Staatsbürgerin/britischer Staatsbürger. Kann ich weiterhin in Österreich wohnen?

Bei einem Brexit ohne Austrittsabkommen würden in Österreich lebende Britinnen und Briten ihr unionsrechtliches Aufenthaltsrecht verlieren. Im Rahmen einer gesetzlichen Sonderregelung wird britischen Staatsangehörigen und ihren drittstaatszugehörigen Angehörigen in Österreich die Erlangung eines Aufenthaltstitels nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes mit freiem Arbeitsmarktzugang unter vereinfachten Voraussetzungen ermöglicht.

Personen, die kürzer als 5 Jahre in Österreich unionsrechtlich aufenthaltsberechtigt waren, können ab dem Tag des Austritts ohne Abkommen einen Aufenthaltstitel "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" beantragen. Die inhaltliche Prüfung des Antrags wird sich im Wesentlichen darauf beschränken, ob vom Antragsteller/von der Antragstellerin eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit ausgeht. Der Nachweis von Deutschkenntnissen ist nicht erforderlich. Für die Ausstellung der "Rot-Weiß-Rot – Karte plus" wird eine Verwaltungsgebühr von 160 Euro (145 Euro für Kinder bis 6 Jahren) erhoben. Nicht enthalten sind dabei allfällige Kosten für die Übersetzung oder Beglaubigung von Dokumenten.

Darüber hinaus ist es möglich, jeden anderen Aufenthaltstitel, für den die Voraussetzungen erfüllt werden, zu beantragen.

Britinnen und Briten sowie ihre drittstaatszugehörigen Angehörigen, die sich seit mehr als 5 Jahren rechtmäßig in Österreich aufhalten, wird der Umstieg auf einen unbefristeten Aufenthaltstitel ("Daueraufenthalt – EU") ermöglicht. Dabei wird es notwendig sein, neben dem Nachweis des mindestens 5-jährigen rechtmäßigen Aufenthalts in Österreich, die allgemeinen Erteilungsvoraussetzungen nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz zu erfüllen. Diese umfassen den Nachweis einer ortsüblichen Unterkunft, einer alle Risiken abdeckenden Krankenversicherung sowie ausreichender finanzieller Mittel und eine Prüfung, dass die öffentliche Ordnung und Sicherheit durch den Antragsteller/die Antragstellerin nicht gefährdet ist. Antragsteller/Antragstellerinnen, die innerhalb von 6 Monaten nach einem No-Deal-Brexit den Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt – EU" beantragen, müssen keine Kenntnisse der deutschen Sprache nachweisen. Antragsteller/Antragstellerinnen, die nach Ablauf dieser 6 Monate den Aufenthaltstitel "Daueraufenthalt – EU" beantragen, müssen – wie alle anderen Drittstaatsangehörigen – nachweisen, dass sie Modul 2 der Integrationsvereinbarung erfüllen, das heißt über Kenntnisse der deutschen Sprache auf Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen und über vertiefte Kenntnisse der grundlegenden Werte der Rechts- und Gesellschaftsordnung der Republik Österreich verfügen. Für die Ausstellung des "Daueraufenthalt – EU" wird eine Verwaltungsgebühr von 210 Euro (195 Euro für Kinder bis 6 Jahren) erhoben. Nicht enthalten sind dabei allfällige Kosten für die Übersetzung oder Beglaubigung von Dokumenten.

Der Antrag auf einen Aufenthaltstitel ist innerhalb von 6 Monaten nach dem Tag des Austritts möglich, wobei der weitere Aufenthalt jedenfalls bis zur Entscheidung über den Antrag rechtmäßig sein wird. Auf Antrag kann eine Bestätigung über die Tatsache der Antragstellung und die weitere Rechtmäßigkeit des Aufenthalts ausgestellt werden. Wenn eine Reise außerhalb von Österreich zwischen der Antragstellung und der Erteilung des Aufenthaltstitels geplant ist, sollte unbedingt eine solche Bestätigung beantragt werden. Die Bestätigung dient nämlich als Nachweis über das Recht nach Österreich (beziehungsweise dem Schengenraum mit Ziel Österreich) einzureisen. Siehe auch Punkt "Reisen".

Weiterführende Informationen

Ich bin britische Staatsbürgerin/britischer Staatsbürger. Kann ich weiterhin in Österreich arbeiten?

Staatsangehörige des Vereinigten Königreichs würden mit dem Zeitpunkt des Austritts ihren unbeschränkten Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt verlieren. Mit einer Gesetzesänderung soll sichergestellt werden, dass britische Bürgerinnen und Bürger, die in Österreich beschäftigt sind oder waren, auch nach dem Austritt bis zum Erhalt eines Aufenthaltstitels nach dem Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz unbeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Der Antrag auf einen Aufenthaltstitel ist innerhalb von 6 Monaten ab dem Tag des Austritts zu stellen.

Für Inhaber von Legitimationskarten

Muss ich als Inhaber einer Legitimationskarte einen Antrag auf Erteilung eines Aufenthaltstitels im Falle eines ungeregelten Brexit stellen?

Inhaber von Legitimationskarten müssen keinen zusätzlichen Aufenthaltstitel (wie zum Beispiel eine Anmeldebescheinigung oder anderes) vor einem ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU beantragen.

Nach einem ungeregelten Austritt ist die Kombination Legitimationskarte mit dem vereinfachten Erhalt der im Brexit Begleitgesetz vorgesehenen Aufenthaltstitel ("Rot-Weiß-Rot – Karte plus", "Daueraufenthalt – EU") nicht möglich.

Familienangehörige eines Legitimationskarteninhabers können allerdings innerhalb der sechsmonatigen Frist nach einem ungeordneten Brexit einen Antrag auf Erteilung eines dieser Aufenthaltstitel stellen, falls sie es bevorzugen in Österreich unter den Bedingungen eines der beiden Aufenthaltstitel zu leben. Die Familienangehörigen würden in diesem Fall allerdings ihre Legitimationskarte abgeben müssen. Der/Die Hauptberechtigte kann nach Erhalt eines Aufenthaltstitels wieder eine Legitimationskarte beantragen, auf der Privilegien und Immunitäten eingeschränkt sind. Familienangehörige haben keinen Anspruch mehr auf eine Legitimationskarte, wenn der Hauptberechtigte einen Aufenthaltstitel besitzt.

Ich bin britischer Staatsbürger/britische Staatsbürgerin. Was passiert bei einem Arbeitsplatzwechsel in der Zukunft der mit einem Verlust der Legitimationskarte einhergeht?

In diesem Fall sind keine speziellen Regeln vorgesehen. Die im Brexit-Begleitgesetz vorgesehenen vereinfachten Voraussetzungen zur Erlangung der oben angeführten Aufenthaltstitel sind 6 Monate ab dem ungeregelten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU zu beantragen. Es kann in jedem Fall ein regulärer Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige innerhalb von 6 Monaten ab Verlust der Legitimationskarte beantragt werden. Details zu den unterschiedlichen möglichen Optionen für Betroffene finden sie in der Website migration.gv.at.

Weitere Fragen zu Legitimationskarten

Die Britische Botschaft in Wien steht in engem Kontakt mit dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres und nimmt ihre Anfragen gerne unter der E-Mail-Adresse vienna.embassy@fco.gov.uk mit der Betreffzeile "Legitimationskarten" entgegen. Diese Fragen werden an die zuständigen österreichischen Behörden weitergeleitet, die diese direkt beantworten