Fragen und Antworten: Auswirkungen auf Familien

Die derzeitige Coronavirus-Situation hat auch weitreichende Auswirkungen auf Familien. Hierzu hat das Bundeskanzleramt, Sektion Familie und Jugend, Antworten auf häufig gestellte Fragen ausgearbeitet.

Corona-Familienhärtefonds

Alle Informationen zum Corona-Familienhärtefonds sowie das Antragsformular finden Sie unter: Corona-Familienhärtefonds.

Kinderbetreuungsgeld

Die Krankenkassen wurden aktuell angewiesen, keine Kürzungen beim Kinderbetreuungsgeld vorzunehmen, wenn die Durchführung der Mutter-Kind-Pass Untersuchungen für die Eltern aufgrund der aktuellen Situation mit dem Corona-Virus nicht möglich beziehungsweise zumutbar ist. Dies stellt einen nicht von den Eltern zu vertretenden Grund dar, weshalb der Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld in voller Höhe besteht.

Es ist eine besondere Situation, deshalb gilt es abzuwägen, ob die Untersuchung notwendig ist, oder ob es nicht besser ist, zuhause zu bleiben. Wir empfehlen den werdenden Eltern mit ihrem Arzt telefonisch Kontakt aufzunehmen und ihre individuelle Situation zu besprechen. Trotz Corona kann die Mutter-Kind-Pass Untersuchung für das Kind beziehungsweise die schwangere Frau sehr wichtig sein.

Sofern die Frist für die Durchführung der jeweiligen Untersuchung nach Wegfall der aktuell bedingten besonderen Umstände (bis Ende Mai 2021) noch offen ist, ist die Untersuchung umgehend nach Wegfall der besonderen Umstände durchzuführen. Eine Verlängerung der Durchführungszeiträume der Untersuchungen nach der Mutter-Kind-Pass-Verordnung ist nicht vorgesehen.

Bitte bedenken Sie, dass trotz der Corona-Virus Situation die Mutter-Kind-Pass Untersuchung für das Kind beziehungsweise die werdende Mutter wichtig ist.

Nein. Hat die Untersuchung angesichts der aktuell bedingten Umstände dennoch stattgefunden oder wurde diese bereits vor der neuerlichen Ausnahmesituation durchgeführt, sind die Nachweise der jeweiligen Gesundheitskasse fristgerecht vorzulegen. Die Nachweise können zum Beispiel auch per Post oder als Foto per E-Mail rechtzeitig erbracht werden, eine persönliche Abgabe der Nachweise ist nicht erforderlich. Verspätete Vorlagen der Nachweise der Untersuchungen sind nicht zulässig und führen zur Kürzung des Kinderbetreuungsgeldes.

Ja, vorübergehend können Anträge im Bereich Kinderbetreuungsgeldgesetz und Familienzeitbonusgesetz auch per E-Mail gestellt werden. Dabei sind möglichst alle notwendigen Unterlagen als Foto beziehungsweise als Scan zu übermitteln. Der originale Antrag sowie die Unterlagen sind ehestmöglich nachzureichen.

Achtung: Eine nachträgliche inhaltliche Änderung durch späteres Einbringen eines abweichenden Original-Antrages ist nicht zulässig.

Ein Anspruch auf einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld (KBG) kann grundsätzlich auch mittels Kurzarbeit (kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit mit Entgeltfortzahlung) erworben werden.

Die Berechnung des einkommensabhängigen KBG erfolgt zunächst anhand des gebührenden Wochengeldes, wobei das Wochengeld selbst aus den Einkünften vor der Kurzarbeit berechnet wird. Danach erfolgt eine Vergleichsrechnung mit den Einkünften aus dem Steuerbescheid aus dem Kalenderjahr vor der Geburt. Der errechnete höhere Tagesbetrag wird als Grundlage für das einkommensabhängige KBG herangezogen.

Hinweis: Aufgrund der Corona-Krise wird bei Geburten von 1. Jänner 2021 bis 31. Dezember 2021 ausnahmsweise der Steuerbescheid des Jahres 2019 statt 2020 herangezogen, wenn dies einen höheren Tagsatz ergibt.

Familienbeihilfe

Ja, eine Verlängerung der vorgesehenen Studiendauer, für welche die Familienbeihilfe gewährt wird, ist um ein Semester gesetzlich vorgesehen (wenn es Ausbildungsjahre geben sollte, um ein Ausbildungsjahr).

Die Regelungen über die Verlängerung der Studiendauer, für die die Familienbeihilfe gewährt werden kann, sind für jene Studierenden, die das 24. (oder 25. Lebensjahr) vor dem März 2020 – also vor der COVID-19-Krise – vollendet haben, nicht anwendbar.

Beispiel: Diplomstudium, der 1. Abschnitt endet im Februar 2020 und ist noch nicht abgeschlossen – Verlängerung um ein Semester bis September 2020

Der Anspruch auf die Familienbeihilfe kann auch – unter Berücksichtigung des "Verlängerungs-Semesters" – über die Vollendung des 24. Lebensjahres (oder 25. Lebensjahres) hinausgehen.

Beispiel: Eine Studierende oder ein Studierender vollendet im Juni 2020 das 24. oder 25. Lebensjahr; die derzeit vorgesehene Studiendauer endet im September 2020 – Verlängerung um ein Semester bis Februar 2021.

Nein, es ist kein Nachweis erforderlich.

Nein, die Veranlassungen werden vom Finanzamt getroffen.

Der Nachweiszeitraum wird verlängert.

Beispiel: 1. Studienjahr = Wintersemester 2019/20 und Sommersemester 2020; es wird kein ausreichender Studienerfolgsnachweis erbracht – Der Nachweiszeitraum wird bis Februar 2021 verlängert.

Das Sommersemester 2020 wird in Bezug auf einen Studienwechsel nicht berücksichtigt.

Beispiel: Studium A Sommersemester 2019 bis Sommersemester 2020; Wechsel auf Studium B ab Wintersemester 2020/21 – kein familienbeihilfeschädlicher Wechsel, da das Sommersemester 2020 nicht zu berücksichtigen ist.

Im Rahmen der Zuverdienstmöglichkeit bei Gewährung der Familienbeihilfe wurde die Einkommensgrenze – unter anderem für Studierende – ab dem Kalenderjahr 2020 von 10.000 Euro auf 15.000 Euro erhöht. Maßgeblich ist das Einkommen ab dem Jahr, in dem das 20. Lebensjahr vollendet wird.

Wenn im Zeitraum von März 2020 bis einschließlich Februar 2021 zumindest in einem Monat ein Anspruch auf die Familienbeihilfe bestanden hat, besteht der Anspruch auf Familienbeihilfe auch im anschließenden Zeitraum – unabhängig von der Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen – bis einschließlich März 2021 weiter.

Jene Familien, die trotz Wegfall des Anspruchs weiter Familienbeihilfe erhalten haben, müssen diese nicht zurückzahlen. Jene Familien, die dem Finanzamt Änderungen bekanntgegeben haben und bei denen die Familienbeihilfe gestoppt wurde, bekommen die Familienbeihilfe nachträglich ausgezahlt.

Allfällige Nachzahlungen werden durch das Finanzamt Österreich veranlasst. Es ist kein Antrag erforderlich.

Beratung

Die Abhaltung und der persönliche Besuch von Elternbildungsveranstaltungen ist momentan nicht möglich. Teilweise werden Elternbildungsveranstaltungen online abgehalten.

Ergänzend bietet die Elternbildungswebsite des BKA unter www.eltern-bildung.at umfangreiche Informationen (auch Newsmeldungen) zu Erziehungsfragen, auch im Kontext mit der aktuellen Situation.

Im Falle einer unmittelbaren Gefährdung des Lebens oder der Gesundheit ist die Polizei unter dem Notruf 133 zu verständigen, welche die gefährdende Person im Ernstfall wegweisen kann. In allen anderen Fällen soll telefonisch oder online Kontakt mit Kinderschutz- oder Opferschutzeinrichtungen sowie Männerberatungsstellen aufgenommen werden.

Kontaktdaten sind für alle Bundesländer unter www.gewaltinfo.at veröffentlicht. Der persönliche Besuch der Einrichtungen ist unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen möglich.

Die Dienste können unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen in Anspruch genommen werden.

Ja, Familienberatungsstellen können ihre Face-to-Face-Beratungen unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen durchführen. Auch telefonische Beratungen oder Beratungen über Internet sind weiterhin möglich.

Nähere Informationen zur Erreichbarkeit der einzelnen Familienberatungsstellen erhalten Sie unter www.familienberatung.gv.at

Die Beratungsstelle "Gegen Hass im Netz" bietet telefonische Beratung, Online-Beratung via Chat und Mail sowie persönliche Beratung (nach Terminvereinbarung).

Die Beratungsstelle Extremismus bietet telefonische Beratung, Online-Beratung und persönliche Beratung (nach Terminvereinbarung). Die Workshops können auch online besucht werden.

Die Bundesstelle für Sektenfragen bietet telefonische Beratung, Online-Beratung und persönliche Beratung (nach Terminvereinbarung).

Finanzielle Unterstützung für Familien

Seit 15. April 2020 können Familien, die aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notsituation geraten sind, eine Unterstützung aus dem Corona-Familienhärtefonds beantragen. Erforderlich ist, dass die Familie ihren Hauptwohnsitz in Österreich hat, dass zum Stichtag 28. Februar 2020 oder spätestens bis zum Zeitpunkt der Antragstellung für mindestens ein im Familienverband lebendes Kind Familienbeihilfe bezogen wurde und dass es infolge der Corona-Krise zu einer Reduktion des Familieneinkommens im Vergleich zum Stand per 28. Februar 2020 gekommen ist. Das aktuelle Einkommen der Familie darf eine bestimmte Grenze, gestaffelt nach Haushaltsgröße, nicht überschreiten.

Für unselbstständig Erwerbstätige gilt, dass mindestens ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil, der am 28. Februar 2020 beschäftigt war, aufgrund der Corona-Krise seinen Arbeitsplatz verloren hat oder in Corona-Kurzarbeit gemeldet wurde.

Für selbstständig Erwerbstätige und Betreibende einer Land- oder Forstwirtschaft gilt, dass mindestens ein im gemeinsamen Haushalt lebender Elternteil aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notsituation geraten ist und dieser zum förderfähigen Kreis natürlicher Personen aus dem Härtefallfonds zählt.

Nähere Informationen, das Online-Antragsformular, die Richtlinien zum Corona-Familienhärteausgleich und Antworten auf häufig gestellte Fragen erhalten Sie auf der Seite "Corona Familienhärtefonds"

Auskünfte zum Corona-Familienhärtefonds bietet auch das Familienservice unter 0800 240 262 (gebührenfrei von Montag bis Freitag zwischen 9 Uhr und 16 Uhr)

Allgemeine Informationen für Familien

Der Unterricht findet in der Volksschule und der 1. bis 4. Schulstufe Sonderschule als Präsenzunterricht statt, in allen übrigen Schulformen als Präsenzunterricht im Schichtbetrieb und distance learning am Freitag. Schülerinnen und Schüler, die innerhalb der Familie nicht betreut werden können, erhalten Betreuung an den Schulstandorten.

Die Ausübung familiärer Rechte und die Erfüllung familiärer Pflichten wie die Ausübung des Kontaktrechts ist möglich.

Unterhaltsvorschüsse können bei Vorliegen eines Unterhaltstitels (insbesondere Gerichtsbeschluss, Vereinbarung vor dem Kinder- und Jugendhilfeträger) bis 30. Juni 2021 auch dann gewährt werden, wenn das Kind keinen entsprechenden Exekutionsantrag bei Gericht einbringt.

Am österreichischen Jugendportal finden junge Menschen geprüfte Informationen zur aktuellen Corona-Situation in Österreich. Es gibt laufend Updates über die aktuellen Maßnahmen und Regelungen.

Österreichisches Jugendportal: www.jugendportal.at

@jugendportal auf Instagram: www.instagram.com/jugendportal

Das BKA hat auch die Fragen und Antworten "Auswirkungen auf Jugendliche und Jugendarbeit" zu der aktuellen COVID-19-Lage bereitgestellt.

Je bedeutender digitale Medien im Alltag werden, umso mehr steigen auch die Anforderungen an die Medienkompetenz von Familien. Medienkompetenz befähigt Eltern, Kinder und Jugendliche dazu, Medien selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen. Folgende Angebote unterstützen sie dabei:

Initiative Digi4Family

Die Initiative Digi4Family hat zum Ziel, die Medien(erziehungs)kompetenz von Eltern zu stärken, altersgerechte und gute Medienangebote für Kinder und Jugendliche zu fördern und den kreativen und eigenverantwortlichen Umgang mit Medien sicherzustellen.

Digi4Family 

Saferinternet

Saferinternet.at unterstützt Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrende beim sicheren, kompetenten und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.

Saferinternet.at

Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von digitalen Spielen (BuPP)

Die Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von digitalen Spielen (BuPP) bietet Informationen zu empfehlenswerten Spielen für PC, Konsolen und mobilen Geräten (Smartphones, Tablets), als Orientierungshilfe für Eltern und pädagogisch Tätigen bei der Auswahl. Hintergrundinformationen und Tipps sowie Serviceangebote zum Thema ergänzen das Leistungsspektrum der BuPP.

Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von digitalen Spielen

Schülerbeförderungen im Linienverkehr:

In Massenbeförderungsmitteln und den dazugehörigen U-Bahn-Stationen, Bahnsteigen, Haltestellen und Bahnhöfen zuzüglich deren Verbindungsbauwerken ist gegenüber Personen, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben, ein Abstand von mindestens 2 Metern einzuhalten und eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine äquivalente beziehungsweise einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen. Ist auf Grund der Anzahl der Fahrgäste sowie beim Ein- und Aussteigen die Einhaltung des Abstands von mindestens 2 Metern nicht möglich, kann davon ausnahmsweise abgewichen werden.

Schülerbeförderungen im Gelegenheitsverkehr:

In den Schulbussen zur Schülerbeförderung im Gelegenheitsverkehr dürfen in jeder Sitzreihe einschließlich dem Lenker nur 2 Personen befördert werden. Wenn es auf Grund der Anzahl der Fahrgäste erforderlich ist, kann davon abgewichen werden. Zusätzlich ist eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP2 (FFP2-Maske) ohne Ausatemventil oder eine äquivalente beziehungsweise einem höheren Standard entsprechende Maske zu tragen.

Für Kinder ab dem vollendeten sechsten bis zum vollendeten 14. Lebensjahr besteht eine generelle Ausnahmemöglichkeit von der FFP2-Maskenpflicht. Sie können auch eine eng anliegende und den Mund- und Nasenbereich vollständig abdeckende mechanische Schutzvorrichtung tragen (herkömmliche Maske). Für Personen, denen das Tragen einer (FFP2)-Maske aus gesundheitlichen Gründen nicht zugemutet werden kann, bestehen weitere Ausnahmen.

Viele Schulbücher in der Sekundarstufe I und II sind als Kombiprodukt Print + Digital verfügbar. Insbesondere in den Lehrplangegenständen Deutsch, Englisch und Mathematik gibt es ein großes Angebot.

Für Phasen des Homeschoolings unterstützen diese digitalen Schulbücher (E-Books und E-Books Plus), welche von den Lehrkräften über die Schulbuchaktion bezogen und von den Schülerinnen und Schülern über das Bereitstellungsportal Digi4School verwendet werden. Sie können mit unterschiedlichsten Endgeräten wie PCs, Notebooks oder Tablets genutzt werden.

Digi4School

Das persönliche digitale Bücherregal kann weiter durch Einlösen des Codes gestaltet werden. Der Zugangscode ist dem Schulbuch entweder beigelegt oder auf der Rückseite des Schulbuchs eingedruckt beziehungsweise aufgeklebt – siehe Muster Zugangscode (PNG, 86 KB).

Um Familien hier zu unterstützen, ist eine Nachbestellung von digitalen Schulbüchern durch die jeweiligen Schulbuchreferentinnen und Schulbuchreferenten möglich.

Unter Digi4Family finden Sie eine Webinarreihe für Eltern mit Informationen rund um den Einsatz von digitalen Schulbüchern zum Lernen und Vertiefen daheim.

Digi4Family – Webinarreihe

Informationen zu den besonderen Herausforderungen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie hilfreiche Links finden Sie auf www.familieundberuf.at

Die Inhalte werden laufend erweitert und auch um Ideen und Best Practice, welche Herausforderungen wie bewältigt werden beziehungsweise wie die Zeit zuhause mit Kindern genutzt werden kann, ergänzt. Diese können gerne an die Adresse office@familieundberuf.at gesendet werden.

Weitere Informationen

Familienlastenausgleichsgesetz (FLAG)-Novelle – BGBl. I Nummer 28/2020

FLAG-Novelle – BGBl. I Nummer 28/2020: Verlängerung des Anspruchs auf Familienbeihilfe bei einer Berufsausbildung/eines Studiums infolge der COVID-19-Krise (Einführungs-Information, 29. Mai 2020) (PDF, 612 KB)

Empfehlungen des Bundeskanzleramts – Sektion Familie und Jugend

Empfehlungen des Bundeskanzleramts für Mediationen gemäß § 39c FLAG (PDF, 81 KB)

Letzte Aktualisierung: 1. April 2021