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Rede beim Festakt 10-jähriges Jubiläum der Ratifizierung der UNESCO Konvention und Verleihung der Urkunden an die Neuaufnahmen Immaterielles Kulturerbe

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Präsidentin!
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter unserer Lebendigen Traditionen!
Sehr geehrte Damen und Herren!

Ich möchte Sie alle sehr herzlich zu dieser Feierstunde im Bundeskanzleramt begrüßen. Ich freue mich, dass Sie unserer vorweihnachtlichen Einladung so zahlreich Folge geleistet haben.

Österreich und die UNESCO – das ist die Geschichte einer langjährigen Partnerschaft. Bereits 1948 – also lange bevor es 1955 Mitglied der UNO wurde – ist Österreich der UNESCO beigetreten.

Vor 10 Jahren hat Österreich die UNESCO Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes ratifiziert. Heute bekennen sich weltweit bereits 178 Staaten zu diesem Übereinkommen, das damit zu den erfolgreichsten UNO Übereinkommen gehört. Meistens wird die UNESCO mit dem Weltkulturerbe gleichgesetzt – also dem Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit. Man denkt an historische Bauwerke oder Kunstschätze. Wir alle kennen etwa die Diskussion etwa rund um das Heumarkt-Projekt und den berühmten Canaletto Blick auf Wien.

Manchmal wird dabei übersehen, dass neben dem Schutz der materiellen Kulturgüter der Schutz immaterieller Kulturgüter mindestens ebenso wichtig ist. Dieses immaterielle Kulturerbe lernt man erst richtig in ihrer vollen Dimension zu schätzen, wenn man – wie ich – lange im Ausland gelebt hat.

Es geht um Theater, Tanz und Musik, Handwerk, Rituale und Feste, aber auch um Sprache und lokal überliefertes Wissen im Umgang mit der Natur. Dieser Facettenreichtum unseres kulturellen Erbes ist wesentlicher Teil unseres Wir-Gefühls, unserer Österreicher-Seins, das seinen Ursprung in den Regionen und Gemeinden hat.124 österreichischen Traditionen sind heute im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich dokumentiert. Und sieben von ihnen, nämlich jene, die 2019 aufgenommen wurden, werden heute speziell präsentiert werden.

Dabei geht es nicht so sehr um das abstrakte Kulturerbe an sich. Es geht vor allem um Sie – um die Menschen, die das Kulturerbe nachhaltig pflegen, weitergeben und weiterentwickeln. Ihnen gilt unser besonderer Dank und unsere Wertschätzung! Denn Sie sind es, die in Einzelinitiativen, Gruppen oder Vereinen mit großer Leidenschaft und mit unzähligen Aktivitäten dieses Kulturerbe am Leben erhalten und fortführen. Und das wollen wir mit dem heutigen Festakt gebührend unterstreichen und vor den Vorhang holen!

Meine Damen und Herren,

zu Recht können wir gemeinsam auf das breite Spektrum an Traditionen stolz sein. Unsere Aufgabe in der Politik ist es, die Rahmenbedingungen für den Erhalt der Traditionen zu schaffen und sie allen zugänglich zu machen. Aber, dass dieses Kulturgut kreativ weitergegeben wird und dass das kulturelle Wissen nicht verloren geht – dafür sorgen Sie mit Ihrem großen Engagement, Ihrer Begeisterung und Ihrem Können. Sie sind die Trägerinnen und Träger dieses Kulturerbes, das Sie als Bereicherung für die nächsten Generationen sichern und an sie weitergeben.

Meine allerbesten Glückwünsche für die Neuaufnahmen und mein herzlicher Dank Ihnen allen, die dieses reiche kulturelle Erbe mittragen!