Inhalt

Bundesminister Gernot Blümel beim Informellen Treffen der EU- und Kulturminister in Paris – "Erhalt des Europäischen Kulturerbes"

Bundesminister Gernot Blümel hat am Freitag am informellen Ministertreffen der EU- sowie der Kulturminister teilgenommen, das auf Einladung von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in Paris stattgefunden hat. Anlass für die Einladung ist ein trauriger: Der Großbrand in der Kathedrale Notre-Dame, der eines der wichtigsten Wahrzeichen von Paris und gemeinsames europäisches Kulturerbe schwer beschädigt hinterlassen hat. EU- und Kulturminister Gernot Blümel, der die Schäden an Notre-Dame zuvor besichtigt hatte, zeigte sich tief bestürzt, denn "das Ausmaß der Zerstörung ist dramatisch". Blümel betonte: "Auch wenn durch das beherzte Handeln der Einsatzkräfte noch Schlimmeres verhindert werden konnte, stellt der Wiederaufbau von Notre-Dame ohne Zweifel eine große und komplexe Herausforderung dar. Ein rascher Wiederaufbau ist dabei aber auch von zentraler Bedeutung für das kollektive Bewusstsein Frankreichs und Europas. Wir haben mit dem Brand der Wiener Hofburg 1992 eine ähnliche schmerzliche Erfahrung gemacht. Die bei der Wiederherstellung gewonnenen Erfahrungen und die in Österreich vorhandene spezielle Expertise betreffend historische Bauten stellen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung."

Ziel des Ministertreffens war es, die europäische Zusammenarbeit beim Schutz von Kulturerbe und Kooperationsmöglichkeiten beim Wiederaufbau von Notre-Dame zu diskutieren. Frankreich hat dazu einen "Europäischen Mechanismus zum Schutz von gefährdetem Kulturerbe" vorgeschlagen. Gemeint ist damit beispielsweise ein europäischer Expertenpool, der intensivierte Austausch von Good Practice sowie eine weitere Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen der EU und der UNESCO (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Es könnten auch mehr junge Menschen im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps beteiligt werden.

Das EU-Pilotprojekt "Time Machine", das im Rahmen des Horizon-Programms ins Leben gerufen wurde und neue Formen der Digitalisierung entwickelt und dabei auch mit Technologien aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz arbeitet, könnte zum Erhalt des gemeinsamen europäischen Kulturerbes ebenfalls hilfreich sein. "Time Machine" hat unter anderem zum Ziel, eine kostengünstige Technologie zu entwickeln, damit 3D-Digitalisierungen bald flächendeckend eingesetzt werden können. Dadurch könnten in Zukunft nicht mehr nur berühmte Denkmäler und Stätten digital vermessen werden. Das kann sehr hilfreich sein, wie man am Beispiel Notre-Dame sieht: Hier hilft eine 3D-Aufnahme entscheidend beim Wiederaufbau.

Österreich unterstützt die Initiative Frankreichs, wie Kulturminister Blümel betont: "Österreich steht solidarisch an der Seite Frankreichs und wir werden unser Bestes tun, um zu helfen, wo immer wir können. Wir unterstützen auch den Vorschlag, ein gemeinsames europäisches Experten-Netzwerk aufzubauen, um in Notfällen schnell reagieren zu können. Außerdem halte ich es für richtig und wichtig, auch junge Menschen in Schutz und Erhalt unseres kulturellen Erbes zu involvieren – denn klar ist: Wir alle sind die Erben des Erbes."