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Bundeskanzler Sebastian Kurz: Unterstützung Israels als moralische Verpflichtung

Israel-Reise: Besuch der Gedenkstätte Yad Vashem – Treffen mit Premierminister Netanyahu – Rede vor dem AJC

Im Rahmen seines Israel-Besuchs von 10.-12. Juni traf Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Premierminister Benjamin Netanyahu zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Dabei wurden vor allem die Beziehungen zwischen Israel und Österreich bzw. der EU thematisiert. Der bevorstehende EU-Ratsvorsitz sei auch eine Möglichkeit, auf die in Europa oftmals "nicht ausreichend verstandene Sicherheitssituation Israels" hinzuweisen: "In Europa ist nicht nur der Kampf gegen Antisemitismus wichtig, sondern auch ein Bewusstsein für die Situation und die Notwendigkeiten Israels. Wenn Antisemitismus-Wortmeldungen gegen Israel in der Region noch immer auf der Tagesordnung stehen, dürfen wir als Europäische Union nicht wegsehen", so Sebastian Kurz. Israels Premier zeigte sich beim Treffen mit dem österreichischen Bundeskanzler erfreut über die geplanten Initiativen im Rahmen der bevorstehenden EU-Ratspräsidentschaft. Netanyahu betonte, dass man die Schritte, die die österreichische Regierung und das österreichische Parlament in den letzten Monaten unternommen haben, schätze. Der Premierminister bezeichnete seinen österreichischen Amtskollegen als "wahren Freund Israels und des jüdischen Volkes".

Kooperationen im Wissenschaftsbereich

Die Qualität der bilateralen Beziehung zwischen den beiden Ländern wurde auch durch die Wiederaufnahme der Wissenschaftskooperation untermauert. Dazu wurde von Bundesminister Heinz Faßmann und seinem Amtskollegen Ofir Akunis ein Forschungsabkommen unterzeichnet. Es soll als Grundlage für einen künftigen Informationsaustausch und die Organisation von österreichisch-israelischen Wissenschaftstagen dienen. Solche Kooperationen seien vor allem aufgrund Israels Rolle als führende Nation im Bereich Forschung, Technologie und Innovation besonders sinnvoll, so Faßmann.

Bundeskanzler Kurz

Kanzler-Rede vor dem American Jewish Committee

Am zweiten Tag seines Israel-Besuchs hielt Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Rede vor dem American Jewish Committee (AJC) im Rahmen des AJC Global Forum in Jerusalem. Dabei bekräftigte er die Unterstützung Israels aus Staatsräson: "Als Österreicher werden wir Israel unterstützen, wann immer es gefährdet ist. Das ist die moralische Verpflichtung Österreichs und das ist auch im Interesse meines Heimatlandes." Die Sicherheit Israels sei für Österreich nicht verhandelbar. Man verurteile jeden Gewaltakt innerhalb Israels, an seinen Grenzen und darüber hinaus. "Österreich unterstützt Israel in seinem weltweiten Kampf gegen Antisemitismus nicht nur aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen, sondern als Teil unserer Freundschaft und der moralischen Verpflichtung gegenüber diesem Land, dem jüdischen Volk und aus Menschlichkeit", ergänzte Bundeskanzler Kurz. Bei der ersten Rede eines österreichischen Regierungschefs vor dem AJC betonte er, dass viel zu viele das NS-Regime aktiv unterstützt hatten oder Täter waren: "Wir sind nicht nur verantwortlich dafür, was wir tun, sondern auch dafür, was wir nicht tun. Sich erinnern bedeutet auch, die Wahrheit zuzugeben."

Bundeskanzler Kurz bei seiner Rede vor den AJC

Gedenkstätte Yad Vashem als Auftakt

Bereits zu Beginn der Israel-Reise von Bundeskanzler Sebastian Kurz besuchte er die Gedenkstätte Yad Vashem. Er betonte dabei die Verantwortung Österreichs für die Gräueltaten während des Holocaust: "Österreich trägt die schwere Verantwortung für die schrecklichen und beschämenden Verbrechen, die in der Shoah begangen wurden. Wir wissen, dass wir für unsere Geschichte verantwortlich sind." Sebastian Kurz und der Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev, unterzeichneten ein Grundsatzabkommen, das Yad Vashem den Zugang zum Österreichischen Staatsarchiv und der Mauthausen-Gedenkstätte ermöglicht. Ein zwischen Bundesminister Heinz Faßmann und Avner Shalev unterzeichnetes Abkommen soll es hunderten Lehrenden ermöglichen, an Schulungen in Yad Vashem teilzunehmen. Zudem wurde unterstrichen, dass sich Österreich mit einer Million Euro am geplanten Bau eines neuen Shoah Heritage Collections Center beteiligen wolle.

Heinz Faßmann und Sebastian Kurz in Yad Vashem
Sebastian Kurz an der Klagemauer

Treffen mit Holocaust-Überlebenden

Nach dem Besuch des Herzl-Museums zu Ehren des Begründers des politischen Zionismus und der Kranzniederlegung am Grab des ehemaligen Präsidenten Shimon Peres traf Bundeskanzler Sebastian Kurz Überlebende des Holocaust. Er sprach ihnen gegenüber eine Einladung nach Österreich aus und wies auf die positive Erfahrung von Jugendaustauschprogrammen hin, die sich als Garant für die wachsende Freundschaft erweisen würden. Abschließend stand noch der Besuch der 1998 gegründeten Max Rayne Hand-in-Hand School der Jerusalem Foundation auf dem Programm. Dort werden Hebräisch und Arabisch sprechende Kinder vom Kindergarten bis zum Schulabschluss gemeinsam unterrichtet. 

Sebastian Kurz mit einer Holocaust-Überlebenden

Vor der Weiterreise des Bundeskanzlers nach Berlin stand abschließend noch ein Treffen mit dem israelischen Präsidenten Reuven Rivlin am Programm.

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Bilder aus Israel sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramtes kostenfrei abrufbar.