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Bundeskanzler Kurz lud zu Geburtstagsempfang für Marko Feingold

Kanzler und Vizekanzler gratulierten dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg

"Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Marko Feingold zu seinem 105. Geburtstag persönlich gratulieren zu dürfen. Gleichzeitig gilt ihm unser großer Dank für seinen Einsatz als Zeitzeuge der NS-Gräuel, als Mahner gegen Faschismus und Antisemitismus. Seine Erlebnisse als Opfer des Holocaust und KZ-Überlebender gibt er im Rahmen von Vorträgen und Dialogen an die jüngeren Generationen weiter. Wir sind ihm auch dankbar für sein vielfältiges Wirken als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg und als Teilnehmer des interreligiösen Dialogs", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz anlässlich der Zusammenkunft mit Marko Feingold im Bundeskanzleramt. Zum 105. Geburtstag Feingolds gratulierte auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache. 

Bundeskanzler Kurz lud zu Geburtstagsempfang für Marko Feingold © BKA/Dragan Tatic

Der Bundeskanzler wies darauf hin, dass die Regierung es sich im heurigen Gedenkjahr zur Aufgabe gemacht hat, auch an die dunklen Seiten der Geschichte Österreichs zu erinnern. "Österreich hat lange gebraucht, um sich seiner Vergangenheit offen und ehrlich zu stellen. Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus, aber auch gegenüber den nachfolgenden Generationen, dass so etwas nie wieder in der Geschichte unseres Landes Platz greifen kann", so Kurz.

Marko Feingold wurde 1913 in der heutigen Slowakei, damals Österreich-Ungarn, geboren und absolvierte in Wien seine Schul- und Berufsausbildung. Als Handelsangestellter war er mehrere Jahre in Österreich und benachbarten Ländern tätig. 1939 wurde Feingold in Prag verhaftet, wegen eines Disziplinarvergehens angeklagt und in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz überstellt. Insgesamt überlebte er vier Konzentrationslager: Durch einen Transport in das KZ Neuengamme bei Hamburg entkam er der bevorstehenden Liquidierung in Auschwitz. Nachdem er nicht mehr arbeitsfähig war, wurde er mit einem Todestransport ins KZ Dachau überstellt und 1941 weiter in das KZ Buchenwald. Dort rettete ihn der Umstand, dass deutschsprachige Häftlinge als Handwerker gebraucht wurden. 

Nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Amerikaner kam er nach Salzburg, wo er in den Nachkriegsjahren die Versorgung von politisch Verfolgten organisierte und für die Zusammenführung von Familien und den Weitertransport jüdischer Flüchtlinge sorgte. 1948 eröffnete er in Salzburg ein Modefachgeschäft. Schon kurz nach Kriegsende war Feingold bereits kurz Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg. Nach seiner Pensionierung 1977 wurde Marko Feingold Vizepräsident und 1979 wieder Präsident der Kultusgemeinde. Seither hält er zahlreiche Vorträge als Zeitzeuge in Schulen und Pfarrgemeinden. Er ist auch aktiver Teilnehmer im interreligiösen Dialog.